Helge Tramsen als Hauptkommissar Mahler mit spektakulärer Mimik und 70er-Jahre Outfit.

Helge Tramsen als Hauptkommissar Mahler mit spektakulärer Mimik und 70er-Jahre Outfit.

Foto: Sandro Giampietro

Kultur

Boot un Dood

Von Rita Rendelsmann
3. Mai 2021 // 10:32

Im Februar 2020 wurde der Plattdeutsch-Krimi von Regisseur Sandro Giampietro und Autor Günter Ihmels auf der Berlinale vorgestellt und am 13. März in Bremen der Regionalpresse gezeigt. „Gleich danach kam der Lockdown und auch die Kinos mussten schließen“, erinnert sich Giampietro. Dennoch zieht der Filmemacher aus Wittstedt eine positive Bilanz: „Das Echo von den Kommunalen Kinos war positiv. Jetzt werden Komparsen gesucht. Casting-Aufruf

Boot und Dood lief drei Wochen im City 46 in Bremen – eine Woche länger als ursprünglich geplant – die Vorstellungen in Vegesack, Syke, am Heimathaus Beverstedt und auf der Fähre waren allesamt ausverkauft. Und der Chef von Nordmedia hat nach der Pressevorführung gleich gefragt, ob es einen zweiten Teil gibt.“

Und weil sogar eine chinesische Airline den Film mit in ihr Programm aufnehmen wollte, ist Giampietro überzeugt, dass es einen Markt für seine plattdeutschen Krimis gibt. „Die Leute haben momentan keinen Bock auf Katastrophenfilme, die wollen eher spannende Unterhaltung mit heimatlichem Flair.“

Und genau deshalb schreibt Giampietro zusammen mit Hauptkommissar Mahler-Darsteller Helge Tramsen bereits an dem Drehbuch zu Boot un Dood Vol. II.

Autor Günter Ihmels, dessen Plattdeutsch-Krimi als Vorlage für den ersten Film diente, ist auf eigenen Wunsch zunächst nicht mit im Boot, übersetzt das Drehbuch aber im Nachhinein ins Plattdeutsche.

Tiefere Einblicke

„Wir haben schon über die Hälfte geschrieben und kommen gut voran“, so Giampietro und verrät: „Der Krimi fängt vielleicht konventionell an, aber es passieren Dinge, die der Zuschauer nicht erwartet. Hauptkommissar Mahler ist der rote Faden, er muss einen Mord aufklären und hat ein ganzes Dorf gegen sich, das gnadenlos zusammenhält. Zeugen verschwinden spurlos.

Boot und Dood Vol. II wird kein zweiter Aufguss des ersten Teils, sondern viel spannender und erlaubt tiefere Einblicke in die Charaktere der Protagonisten und die Zwischenmenschlichkeit. Wir versuchen, was wir im ersten Teil begonnen haben, deutlich zu toppen und wir hängen unsere eigene Messlatte sehr hoch.“

Dabei spielen sich Tramsen und Giampietro gegenseitig mit ihren Ideen die Bälle zu, während sie die Handlungsstränge immer dichter miteinander verweben. Dramaturg Frank Sauerland überwacht das Ganze und gibt den beiden immer wieder gnadenlos ehrliches Feedback. „Wenn Frank sagt, jetzt an dieser Stelle würde er in die Chips-tüte greifen, dann wissen wir, es ist gerade nicht so spannend, wie wir dachten“, lacht der Wittstedter und Tramsen ergänzt: „Wir haben ziemlich verrückte Ideen und die Pferde gehen mit uns durch. Frank prüft alles bis ins kleinste Detail auf Logik und Funktionalität und holt uns dann wieder auf diesen Planeten zurück.“

Wiedersehen mit Figuren

Mit vielen Figuren aus dem ersten Teil gibt es auch ein Wiedersehen. „Eric Voss, Tom Edebols, Marco Pilz, Dirk Böhling und andere sind wieder mit dabei.“ Und Helloween-Frontmann Michael Kiske spielt sogar eine größere Rolle.

„Die Dreharbeiten waren für alle eine aufregende, tolle Zeit. Das merkt man zum Beispiel daran, dass Tom Edebohls und Marco Pilz im Januar als Kandidaten in Jörg Pilawas Quizshow noch davon geschwärmt haben.“ Und da die Finanzierung des Drehbuchs bereits von der Nordmedia finanziert wird, sind Tramsen und Giampietro optimistisch, dass es auch für die Dreharbeiten bald grünes Licht gibt.

Castings

Dann beginnen die Castings. „Das ist auch immer spannend, ich erinnere mich heute noch an das erste Gespräch mit der Wasserleiche“, grinst Giampietro und macht schon neugierig auf den Aufruf, der hier bis 31. Mai läuft.

Parallel wird Boot un Dood Vol. I voraussichtlich Ende April auf den Plattdeutschtagen in Hamburg und Ende Juli Beim Watt en Schlick-Festival in Dangast gezeigt.

Komparsen für Boot un Dood gesucht

Für den zweiten Teil der plattdeutschen Kinoproduktion Boot un Dood suchen Sandro Giampietro (Regisseur/Produzent) und Helge Tramsen (Hauptdarsteller/Co-Produzent) noch Menschen zwischen 18–60 Jahren. Das Filmteam freut sich auf schauspiellustige, typisch norddeutsche Originale wie auf Frauen und Männer mit Migrationshintergrund. Schickt uns an Redaktion.lotse@nord24.de Euer Video von maximal 1 Minute Dauer. Zeigt, warum Ihr unbedingt mit ins Boot gehört! Wer gut plattdeutsch spricht, könnte sogar eine Sprechrolle ergattern. Gedreht wird von Ende August bis Anfang Oktober zwischen Bremen und Bremerhaven.

Sandro Giampietro beim Brainstorming zum Drehbuch.

Sandro Giampietro beim Brainstorming zum Drehbuch.

Foto: Rendelsmann

Sandro Giampietro und Helge Tramsen haben Spaß ...

Sandro Giampietro und Helge Tramsen haben Spaß ...

Foto: Rendelsmann

... und zerbrechen sich an manchen Stellen im Drehbuch den Kopf über richtige Szenenlogik und Spannungsbögen.

... und zerbrechen sich an manchen Stellen im Drehbuch den Kopf über richtige Szenenlogik und Spannungsbögen.

Foto: Rendelsmann

Das Film-Plakat zu Boot un Dood.

Das Film-Plakat zu Boot un Dood.

Foto: PR

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