Eine Frau fährt am Morgen mit dem Fahrrad durch die Innenstadt von Köln

Der Lockdown in Deutschland wird wohl verlängert.

Foto: Oliver Berg/dpa

Deutschland und die Welt

Corona: Der Lockdown wird wohl verlängert

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Von nord24
19. Januar 2021 // 06:29

Die Menschen in Deutschland müssen sich auf eine Fortsetzung des Lockdowns bis in den Februar hinein einstellen.

Neue Varianten des Coronavirus bereiten Sorgen

Auch verschärfte Corona-Regeln sind möglich, wenn Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder an diesem Dienstag ab 14 Uhr erneut über das weitere Vorgehen beraten. Im Gespräch waren zum Beispiel neue Vorgaben zu besser schützenden Masken im öffentlichen Raum und für mehr Arbeit von zu Hause aus. Bund und Länder wollen noch mehr die Zahl von Kontaktgelegenheiten verringern. Die größten Sorgen bereiten derzeit neue, wohl deutlich ansteckendere Varianten des Coronavirus.

Einschränkung der Mobilität denkbar

In einer Experten-Anhörung vor den Beratungen plädierten laut Medienberichten am Montagabend mehrere Wissenschaftler für härtere Lockdown-Maßnahmen. Sie hätten die drohende Gefahr durch das mutierte Virus beschrieben, berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) nach der Expertenrunde. Die einzige hilfreiche Konsequenz sei die weitere Reduzierung der Kontakte und Einschränkung der Mobilität.

„Die derzeitigen Kontaktbeschränkungen scheinen mehr und mehr zu wirken“

Der Ärzteverband Marburger Bund dringt auf eine weitere Verlängerung des Lockdowns, um schwere Corona-Fälle nicht nur in Intensivstationen abzuwenden. Die Vorsitzende Susanne Johna sagte: „Die derzeitigen Kontaktbeschränkungen scheinen mehr und mehr zu wirken.“ Der eingeschlagene Weg sollte daher vorerst weiter beschritten werden, bis die Infektionszahlen ein beherrschbares Niveau erreicht hätten. „Wir brauchen in den Kliniken weiter dringend eine Entlastung.“ Gingen die Covid-19-Fälle zurück, helfe das Ärzten, aber auch Patienten mit verschobenen Eingriffen.

Experte warnt vor Homeoffice-Pflicht

Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, warnte derweil vor einer Homeoffice-Pflicht. „Dies ist eine Scheindebatte, denn die Unternehmen haben einerseits seit langem die Covid-19-Arbeitsschutzbedingungen zu beachten und andererseits weitreichend das Homeoffice ermöglicht“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Das Menschen auch jetzt im Büro sind, hängt nicht nur mit Arbeitsprozessen und Aufgaben zusammen, sondern ebenso mit den Bedingungen der Beschäftigten zu Hause und dem Wunsch nach geordneten Arbeitsmöglichkeiten.“

Weltärztebund-Vorsitzender spricht sich gegen Ausgangssperre aus

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, sprach sich gegen eine abendliche Ausgangssperre aus, die ebenfalls im Gespräch ist. „Ich kann einer Ausgangssperre abends nichts abgewinnen, weil ich nicht weiß, was das bringen soll. Draußen sind die Ansteckungsmöglichkeiten sehr viel geringer als drinnen“, sagte er den Funke-Zeitungen. „Restaurants, Kneipen und Kinos sind ohnehin zu - was soll eine Ausgangssperre da bringen?“ (dpa/mb)

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