Grüner wird’s nicht

Foto: AOK-Mediendienst

Lotse
Gesundheit

Grüner wird’s nicht

6. Mai 2021 // 09:30

Auch, wenn aufgrund der Corona-Pandemie die Themen Umweltschutz und Klimawandel in den Hintergrund gerückt zu sein scheinen, haben sie nach wie vor eine hohe die Relevanz. Hier sind Tipps, wie man im Alltag seinen CO2-Fußabdruck verringern kann.

Die Corona-Pandemie kam der Klimakrise in die Quere. Noch vor etwa anderthalb Jahren erinnerten uns Greta Thunberg und die „Fridays For Future“-Bewegung daran, dass es allerhöchste Zeit ist, nachhaltiger, ressourcenschonender und umweltbewusster zu leben.

Die Agenda 2030 umfasst 17 globale Ziele für nachhaltige Entwicklung. Regierungen, Wirtschafts- und Wissenschaftsunternehmen tragen Verantwortung für den Schutz unserer Ressourcen. Aber auch jeder einzelne von uns. Hier sind einige Tipps, die einen daran erinnern, dass die Themen Klima- und Umweltschutz nicht aus dem Blick geraten dürfen.

Schädliche Umwelteinflüsse belasten die Gesundheit

Bevor wir zu den Tipps kommen, wie man seinen CO2-Fußabdruck (Der CO2-Fußabdruck ist das Ergebnis einer Emissionsberechnung bzw. CO2-Bilanz. Er gibt an, welche Menge von Treibhausgasen durch eine Aktivität, einen Prozess oder eine Handlung freigesetzt wird.) im Alltag verringern kann:

Klimawandel, Wasserverschmutzung, Artensterben – Umweltprobleme machen vielen Menschen Sorge. Das geht aus einer repräsentativen Bevölkerungs-Umfrage des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor, die Ende September 2020 durchgeführt wurde. Mehr als ein Drittel (38,7 Prozent) der insgesamt 3000 Befragten ist der Auffassung, dass Umweltverschmutzung und Umweltschadstoffe die eigene Gesundheit stark oder sehr stark belasten. Deutlich mehr (76,4 Prozent) befürchten, dass in der Zukunft Umweltverschmutzung und Umweltschadstoffe die Gesundheit nachfolgender Generationen beeinträchtigen werden. Drei Viertel sind aufgeschlossen, selbst zum Umweltschutz beizutragen.

7 Tipps, wie du deinen CO2-Fußabdruck verringern kannst:

Ressourcenrechner

Auf ressourcen-rechner.de kannst du vorab einen Selbsttest machen: Wie Nachhaltig ist das eigene Leben? Welche Folgen hat der persönliche Alltag auf unsere Umwelt? Wie oder womit kannst du Veränderungen herbeiführen?

1. Weniger Fleisch essen

Pro Kopf essen die die Deutschen rund 60 Kilo Fleisch im Jahr, die Amerikaner sogar mehr als 100 Kilo. Die Folge: Weltweit werden für die Futtermittel-Produktion riesige Flächen gerodet. Weniger Fleisch zu essen ist also nicht nur gesünder, es schützt auch die Umwelt.

Interessante Fakten zum Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und Klimakrise finden sich zum Beispiel im Fleischatlas 2021 der Heinrich Böll Stiftung.

2. Energie sparen

Kleine Änderungen im Alltag machen den Unterschied, etwa diese: Smartphone und Laptop nach dem Aufladen vom Netz nehmen – sonst verbrauchen sie weiter Energie. Fürs Wassererhitzen lieber den Wasserkocher nutzen als Herd oder Mikrowelle. Die gute Nachricht: Eine vollgefüllte Spülmaschine zu benutzen ist umweltfreundlicher als das Spülen von Hand. Strom und Gas im Haushalt sollten von einem Ökostromanbieter kommen (eine Übersicht im Netz: oekostrom-anbieter.info). Auf der Website co2online.de findet man Tipps, wie man Heizenergie und Strom sparen kann.

3. Müll/Plastik reduzieren/vermeiden

Wieder sind es viele kleine Dinge: beidseitig drucken. Unerwünschte Kataloge, Prospekte und Zeitungen abbestellen. Lebensmittel ohne Verpackung bevorzugen. Den täglichen Coffee to go in einem mitgebrachten Becher füllen lassen. Recyceltes Toiletten- Küchen- oder Büropapier kaufen (auf das Siegel „Blauer Engel“ achten!), Leitungswasser statt Wasser aus Plastikflaschen. Wenn Flaschen, dann aus Glas oder Hartplastik (Können mehrfach befüllt werden). Und eigene Taschen/Körbe für den Einkauf benutzen. Auf zero-waste-deutschland.de stehen umfangreiche Tipps - egal, ob du deinen Müll im Alltag reduzieren willst oder, ob du komplett auf Abfall verzichten möchtest.

Außerdem gibt es „Unverpackt-Läden“, den Trend „Plogging“ (beim Joggen Müll sammeln) oder „Reparatur-Cafés“. Weitere Infos und Links dazu unter der AOK-Sonderseite „Mission Grün“.

Mikroplastik

Ein wesentlicher Aspekt zum Thema Müll ist Mikroplastik. Wir verwenden nach wie vor zu viele Plastikartikel und Plastikverpackungen, die über den Müll „entsorgt“ werden, uns aber durch die Nahrungsmittel wieder erreichen. Problematisch ist unter anderem das Mikroplastik in Kosmetika, Shampoos und Cremes, das über die Kanalisation in die Flüsse und ins Meer gelangt. Der Einkaufsratgeber des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) listet Kosmetik auf, die Mikroplastik und andere Kunststoffe enthält. Von Zahncreme über Gesichtspflege bis zu Nagellack.

4. Kleidung nachhaltig shoppen

Wichtigster Grundsatz: Statt viel und billig lieber weniger. Dafür aber öko und fair. Wenn Kleidung nicht übermäßig häufig gewaschen wird und an der Luft trocknet, hält sie länger. Kaputtes lässt sich oft problemlos reparieren, wie etwa Absätze von hochhackigen Schuhen. In manchen Städten gibt es mittlerweile Kleidertausch-Partys. Auch online lässt sich gebrauchte Kleidung tauschen. Auf der Seite kleiderei.com kann man für 29 Euro im Monat Anziehsachen ausleihen. Ein riesiger Secondhand-Kleidermarkt ist zum Beispiel vinted.de (ehemals Kleiderkreisel/Mamikreisel).

5. Auto stehen lassen

Drei Viertel aller täglich mit dem Auto zurückgelegten Strecken liegen unter sechs Kilometern – der Großteil von ihnen könnte auch mit Fahrrad (AOK-Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“), Bus oder Bahn bewältigt werden. Das reduziert CO2-Emissionen und ist in großen Städten sogar oft schneller. Wer weniger als 10.000 Kilometer pro Jahr fährt, für den ist Carsharing günstiger als ein eigenes Auto. Im Netz ist unter carsharing-news.de zu sehen, welche Anbieter es in welcher Stadt gibt. Über Portale wie snappcar.de kann man Autos von Nachbarn nutzen. Flüge sollte man so oft wie möglich vermeiden.

6. Auf faire und ökologische Siegel achten

Viele Firmen haben Siegel eingeführt, um auf faire oder ökologische Produktion hinzuweisen. Allerdings befolgen manche Siegel strengere Normen als andere. Online kann man sich über ihre Qualität informieren:

• Siegel allgemein: ci-romero.de

• Gängige Bio-Siegel: bund.net

• Empfehlenswerte Siegel aus verschiedenen Branchen: utopia.de/bestenlisten

• Umweltfreundliche Kleidung: greenpeace.de/kampagnen/detox

verbraucherzentrale.de > Suchwort „Faire Kleidung“

umwelbundesamt.de > Suchwort „Kleidung“

7. Schlauer mit Lebensmitteln umgehen

Die Deutschen werfen jedes Jahr rund 12 Millionen Tonnen Lebensmittel weg. Deshalb: Lieber weniger und dafür öfter einkaufen, damit nichts verdirbt. Eher zu kleinen Packungen greifen. Produkte bevorzugen, die aus der Region stammen (etwa Milchprodukte) und saisonal sind (Erdbeeren z. B. von Mai bis August). Welche Obst- und Gemüsesorten gerade Saison haben, erfährt man im Netz unter regional-saisonal.de (Saisonkalender plus saisonale Rezepte).

„Grüne Branche“

Das ist der Überbegriff für alle Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die in den Bereichen Umwelt- und Klimaschutz, erneuerbare Energien und grüne Technologien tätig sind. Unabhängig davon verfolgen viele Firmen eine Nachhaltigkeitsstrategie oder engagieren sich für mehr Umweltschutz (u.a. die AOK Bremen/Bremerhaven) Online-Jobbörsen wie greenjobs.de und nachhaltigejobs.de helfen bei der Suche nach dem richtigen Arbeitgeber. Das Netzwerk Grüne Arbeitswelt verbindet Menschen und Institutionen, die sich für die Berufsorientierung im Bereich Klima- und Umweltschutz einsetzen, um Jugendlichen eine bessere Orientierung bei ihrer Berufswahl zu geben.

Kostenlose Apps (für iOS und Android)

Diese digitalen Helfer machen Konsum mit gutem Gewissen möglich.

CodeCheck: Was steckt im Produkt (z.B. Mikoplastik?), wie wird es hergestellt? Je grüner die Bewertung, umso bedenkenloser kann es gekauft werden. Einfach den Barcode vom Produkt einscannen.

Tox Fox: Was ist alles in meiner Creme? Barcode scannen und vom BUND Infos über die enthaltenden Stoffe bekommen.

Nabu-Siegel-Check: Was sagt mir dieses Siegel? Ist es glaubwürdig? Der Check per App hilft bei der Kaufentscheidung.

To Good To Go: Die App zeigt Läden in der Nähe an, in denen man sich für wenige Euros Essen abholen kann, was ansonsten weggeworfen werden würde.

GrünZeit-Saisonkalender: Wann haben Spargel oder Erdbeeren Saison? Die App antwortet – und gibt Tipps für regionales und saisonales Einkaufen.

Foodahoo: Die App listet alle Bioläden, Märkte und grüne Shops für bewusstes Einkaufen in der Nähe auf.

WWF-Fischratgeber: Überfischung ist ein Riesenproblem, Der Einkaufsratgeber hilft: Welchen Fisch kann ich mit gutem Gewissen essen – welchen nicht?

Vinted (ehemals Kleiderkreise/Mamikreisel): Secondhand-Kleidung kaufen oder verkaufen.

Mission Grün

Die AOK Bremen/Bremerhaven nimmt sich dem Thema Nachhaltigkeit mit einer eigenen Webseite an. Das Motto: „Mission Grün“. Unter den Rubriken „Nachhaltiges Engagement“, „Nachhaltiger Konsum“ und „Nachhaltige AOK“ gibt es Beispiele für Umwelt- und Klimaschutz aus dem Land Bremen. Hier sind vor allem auch zahlreiche Links von Bremer und Bremerhavener Geschäften, Organisationen und Initiativen aufgelistet, die sich für nachhaltigen Konsum einsetzen.

Außerdem finden sich im AOK-Gesundheitsmagazin > Suchwort: „Nachhaltigkeit“ viele Artikel und Tipps zu dem Thema.

Märkte bieten eine gute Möglichkeit, Obst und Gemüse saisonal passend und aus der Region einzukaufen.

Märkte bieten eine gute Möglichkeit, Obst und Gemüse saisonal passend und aus der Region einzukaufen.

Foto: AOK-Mediendienst

Immer informiert via Messenger
Soll es Freiheiten für Geimpfte geben?
676 abgegebene Stimmen
Folge den Pinguins via Messenger