Lecker to Go – Erfahrungen mit dem Außer-Haus-Geschäft

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Genuss

Lecker to Go – Erfahrungen mit dem Außer-Haus-Geschäft

Von Rita Rendelsmann
29. April 2021 // 13:00

Besonders die Gastronomie leidet unter den pandemiebedingten Lockdowns. Um wenigstens wirtschaftlich über die Runden zu kommen und ihrer Leidenschaft – dem Kochen – nachgehen zu können, stehen viele zumindest mit einem Teil ihrer Belegschaft in der Küche und versuchen ihren Gästen zu Hause etwas gewohnt Leckeres auf den Tisch zu zaubern. Hier kommen einige von Ihnen stellvertretend zu Wort. Das Lotse-Team hofft, damit Lust auf eine Bestellung in Ihrem Lieblingsrestaurant zu machen. Guten Appetit!

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Restaurant Weinrot

„In der Corona-Krise haben wir die Erfahrung gemacht, wie wichtig es ist, flexibel und kreativ zu sein. Als wir im vergangenen November unser Restaurant WEINROT schließen mussten, haben wir einen Außer-Haus-Service auf die Beine gestellt, den wir WEINROT AT HOME nennen.

Wir machen Dinge entweder mit ganzem Herzen oder gar nicht. Deshalb haben wir uns im Vorfeld viele Gedanken gemacht: Uns ist zum Beispiel wichtig, dass die Speisen auf unserer Abholkarte nicht nur lecker, sondern auch umweltschonend verpackt sind. Darüber hinaus haben wir Anleitungen erstellt, damit es zu Hause wirklich wie im Restaurant WEINROT schmeckt.

Wir haben uns sehr über den großartigen Zuspruch unserer Gäste gefreut und auch schon ein paar Außer-Haus-Stammgäste hinzugewonnen. WEINROT AT HOME werden wir deshalb sicher auch nach der Wiedereröffnung anbieten.“

Auf die Frage, was besonders gut läuft, antwortet Seiffert: „Das Beste an WEINROT AT HOME ist, mit unseren Gästen aus der Region auch weiter in Kontakt zu sein. Es ist schön, sich beim Abholen der Speisen kurz auszutauschen und einfach mal wieder von Mensch zu Mensch zu begegnen. Wir vermissen unsere Gäste schließlich genauso, wie sie ihren Besuch im Restaurant WEINROT vermissen.

Da wir mit unseren Gästen über die sozialen Medien in engem Kontakt stehen, verbreiten sich Neuigkeiten, zum Beispiel Specials oder eine neue WEINROT AT HOME-Karte schnell und wir bekommen auch direkte Rückmeldungen, wie es geschmeckt hat. Ein lieber Gast hat beispielsweise Bilder vom Valentinstagsmenü mit seiner Frau gemacht und auf Facebook gestellt. Da war man plötzlich mittendrin und irgendwie auch dabei. Das hat uns sehr gefreut!“

Die Frage ist natürlich, wie hoch die Anforderungen sind, die Speisen in gewohnter Qualität an die Gäste zu bekommen: „Für Perfektionisten wie mich ist Außer-Haus-Service manchmal eine Herausforderung. Ich denke da an das perfekte Steak, das in der Garstufe medium unsere Küche verlässt und beim Gast auch so ankommen soll. Aber auch das haben wir schon im Dialog mit unseren Gästen hinbekommen und sie damit glücklich gemacht.“

Einen echten Renner kann der Hotelbetreiber gar nicht nennen. „Das lässt sich gar nicht genau sagen. Auf jeder neuen Karte findet sich ein Gericht, dass besonders gut ankommt. Ich bin gespannt, was unsere Gäste zur neuen Frühlingskarte sagen werden.“

La Stalla und Scala

Nuhi Dema, Inhaber und Küchenchef vom italienischen Restaurant „La Stalla“ in der Hafenstraße, bietet täglich von 18 bis 21 Uhr Essen außer Haus an. „Wir bereiten auch Vier-Gänge-Menüs zu und viele Gäste rufen im Vorfeld an, wenn sie sich und der Familie zu Hause etwas

Besonderes gönnen wollen. Wenn es die Entfernung zulässt, fahren wir für ein Menü auch zweimal, damit nichts kalt wird und die Qualität zumindest fast so gut ist wie in unserem Restaurant“, berichtet der 51-Jährige. Neben den Menüs und dem Klassiker Pizza ist der Vorspeisenteller à la Nuhi sehr beliebt.

Trotzdem sei der Außer-Haus-Verkauf inklusive Lieferung ab einem Bestellwert von 50 Euro wirtschaftlich kein Vergleich zu den normalen Umsätzen vor Ausbruch der Pandemie. „Finanziell lohnt sich das für mich nicht, ich mache das, damit ich etwas um die Ohren habe und für meine Gäste. Sie sollen auch zu Hause einige schöne Stunden verbringen können und ich hoffe darauf, dass sie sich an mich und unseren Service auch nach den Lockdowns erinnern.“

Dema hadert mit der Politik und ihren Entscheidungen im Kampf gegen Corona. „Die Gastronomie hat seit sechs Monaten geschlossen, die Zahlen steigen dennoch. Das ist für mich ein Beleg, dass wir nicht die Treiber der Inzidenzzahlen sein können und vielmehr eine Chance zur Erhaltung unserer Existenz verdienen. Aber bis das der Fall ist, stehe ich gerne für meine Gäste so lange am Herd, wie ich kann und darf.

Restaurant Persia

„Wir haben bis auf montags täglich unsere Küche für Außer-Haus-Bestellungen von 15 bis 21 Uhr in Betrieb. Sonntags sogar ab 12 Uhr“, berichtet Ramin Khoschab vom Restaurant Persia in der Langen Straße in Bremerhaven. Auf der Speisenkarte des iranischen Küchenchefs finden sich viele Grillspezialitäten von diversen Filets. Als Renner hat sich in den vergangenen Monaten bei ihm die Nummer 55 entwickelt: Koresht Fessandjan – geschmorte Stücke vom Hähnchenfilet und gemahlene Walnüsse in einer süßsauren Granatapfelsauce.

„Alle unsere traditionellen Gerichte enthalten Safran, das ist landestypisch und charakteristisch“, verrät der sympathische Inhaber ein kleines Geheimnis seiner erfolgreichen Kochkunst. Er betont, dass auch Vegetarier bei ihm auf ihre Kosten kommen, denn die persische Küche hält viele Variationen von pflanzlichen Speisen bereit. „Gelbe Linsen, Auberginen, Okraschoten, diverse Bohnen und Saucen sind nur ein paar Sachen, die mir spontan einfallen.“

Bei ihm können Speisen online bestellt und zum Beispiel auch über Lieferando geordert werden. „Wir liefern im gesamten Stadtgebiet sowie in Spaden und Schiffdorf aus. Weitere Wege lohnen sich für uns nicht und außerdem möchten wir, dass die Speisen auch in gewohnt hochwertiger Qualität und heiß auf den Teller kommen“, so Ramin Khoshab.

Dock IV

„Bis vor kurzem hatten wir bei gutem Wetter durch das Fenster einen Außer-Haus-Verkauf“, berichtet Justin Schmick, Inhaber vom Dock IV im Schaufenster Fischereihafen. Auf Außer-Haus-Lieferungen verzichtet der junge Koch völlig, da sich seine wöchentlich wechselnde Karte und das Konzept auf regionale, frische Komponenten, dafür nicht eignet. „Das hat sich für uns nicht gelohnt, es war mehr eine Beschäftigungstherapie,

damit wir was um die Ohren haben“, räumt er ein. Jetzt hofft er auf

gutes Wetter und die Erlaubnis der Behörden, das die Außengastronomie wieder zu betreiben. „Ich möchte zumindest einen mobilen Verkaufsstand öffnen dürfen, an dem wir Fish & Chips mit Pommes anbieten können. Selbstverständlich bereiten wir die Fischnuggets selber zu und auch die Remoulade ist hausgemacht. Das lief an den Tagen, an denen wir das anbieten konnten, sehr gut.“

Wenn die Gastronomie wieder frei gegeben ist, benötigt er nach eigener Einschätzung etwa drei Tage Vorlauf für Vorbereitungen in der Küche. „ Wir produzieren ja alles selbst. Wir müssen dann die Basics anlegen wie Brühen, Fonds und Saucen kochen. Das sind die Grundstoffe, die wir dann wieder in petto haben. Auch der Service benötigt Zeit, um alle Gläser und Bestecke durchzupolieren. Das gesamte Team steht in den Startlöchern ... wir wollen endlich wieder loslegen und Gäste bewirten.“

Restaurant Weinrot

Restaurant Weinrot

Foto: Emina Seiffert

La Stalla und Scala

La Stalla und Scala

Foto: Lothar Scheschonka

Restaurant Persia

Restaurant Persia

Foto: Arnd Hartmann

Dock IV

Dock IV

Foto: Lothar Scheschonka

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