Der Impfpass gilt als Nachweis für eine Masernimpfung

Der Impfpass gilt als Nachweis für eine Masernimpfung

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Neues Impfgesetz soll Masern stoppen

3. März 2020 // 11:45
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Noch eine Woche, dann greift das neue Masernschutzgesetz. Der Besuch des Kindergartens ist künftig nur noch mit ausreichendem Masernschutz erlaubt. Das gilt im ersten Schritt für Neuanmeldungen, ab 2021 auch für Kinder, die dort jetzt schon betreut werden.

Masern - Keine Kinderkrankheit

Masern gehören zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten beim Menschen. Häufig werden sie als Kinderkrankheit abgetan. Dabei können sie zu schweren Komplikationen führen. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr bis Mitte November insgesamt 503 Masernfälle gemeldet, darunter ein Todesfall.

Aufklärung wichtig

Die große Mehrheit der Deutschen hält es für wichtig, die Ausbreitung von Masern zu verhindern. Das ergab eine aktuelle Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Allerdings bewegt dieser Wunsch längst nicht alle zu einer Impfung, die von der Ständigen Impfkomission empfohlen wird. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) berichtet, haben zwar 97,1 Prozent der Schulanfänger die erste Impfung bekommen. Die zweite, ebenfalls erforderliche Impfung erhielten im Jahr 2017 aber nur 92,8 Prozent der Schulanfänger. „Eine einmalige Impfung garantiert aber noch keinen sicheren Schutz“, sagt Dr. Eike Eymers, Ärztin im AOK-Bundesverband.

Impf-Pflicht ab 1. März 2020

Ab dem 1. März 2020 wird die Masernimpfung nun also Pflicht, und zwar nicht nur in Kindergärten, sondern auch in Schulen und anderen Gemeinschaftseinrichtungen. In Deutschland wird dabei ein Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln verwendet. Betroffen sind auch Kinder, die bei privaten Tagesmüttern oder -vätern untergebracht werden sollen, sowie Erzieher, Lehrer, Tagespflegepersonen und Beschäftigte medizinischer Einrichtungen, die nach 1970 geboren sind. Ist ein Kind nicht geimpft, kann es etwa vom Kindergartenbesuch ausgeschlossen werden. Nichtgeimpftes Personal darf nicht in Gemeinschafts- oder Gesundheitseinrichtungen arbeiten.

Impfung schützt auch andere Menschen

Wer den kompletten Impfschutz hat, schützt nicht nur sich, sondern auch Menschen, die sich nicht impfen lassen können wie beispielsweise Babys, chronisch Kranke oder Schwangere. Sie sind auf die Solidarität ihres Umfelds angewiesen, so Medizinerin Eymers: „Wer sich also gegen Masern impfen lässt, schützt sich selbst und andere.“

KiTa, Kindergarten, Schule: Nachweis erforderlich

Als Nachweis gelten der Impfpass, das gelbe Kinderuntersuchungsheft oder ein ärztliches Attest über eine bereits durchgemachte Masernerkrankung. Für Kinder, die bereits einen Kindergarten, eine Schule oder eine Gemeinschaftseinrichtung besuchen, muss der Nachweis bis zum 31. Juli 2021 bei der Einrichtungsleitung vorgelegt werden. Wer dieser Forderung nicht nachkommt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einer Geldbuße in Höhe von 2.500 Euro rechnen. Sie kann auch gegen KiTa-Leitungen verhängt werden, die nicht geimpfte Kinder und Bewohner sowie nicht geimpftes Personal in Gemeinschaftseinrichtungen dulden.

Geringe Nebenwirkungen

Die Masern-Impfung gilt als gut verträglich. In den ersten Tagen kann die Haut an der Einstichstelle gerötet und etwas warm sein. Manchmal treten auch Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen auf, klingen aber in der Regel schnell wieder ab. Bei rund fünf Prozent der Geimpften kommt es nach einer Woche zu einem leichten Hautausschlag, den so genannten Impfmasern, die nicht ansteckend sind.

Symptome der Masernerkrankung

Symptome der Masernerkrankung

Foto: AOK Mediendienst

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