Frisches Obst und Gemüse macht Lust aufs Kochen.

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Fast Food oder frisches Obst? So ernähren wir uns in Deutschland

31. Juli 2020 // 00:00
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https://www.aok.de/pk/bremen/

Um die Ernährungskompetenz ist es in Deutschland nicht gut bestellt. Das belegt eine Studie des AOK-Bundesverbandes. Mehr als die Hälfte der Bürger hierzulande weiß demnach nicht, wie man sich gesund ernährt.

Die Wahl der richtigen Snacks

Eine gute Ernährungskompetenz hat, wer die Nährwertkennzeichnung richtig nutzt, Lebensmittel selbst zubereitet, gesunde Vorräte lagert, Mahlzeiten bewusst einplant, sich trotz knapper Mittel gesund ernährt, gemeinsam isst, Süßem widerstehen kann oder die richtigen Snacks wählt. So wird die so genannte Food Literacy in der Studie definiert. Sie ist bei 53,7 Prozent der Bürger problematisch oder nicht angemessen.

Frauen wissen besser Bescheid

Für die Erhebung wurden knapp 2.000 Personen zu acht Themenfeldern befragt. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Während über die Hälfte der Frauen (53 Prozent) eine ausreichende Ernährungskompetenz besitzt, sind es bei den Männern gerade einmal 38 Prozent. Die Werte von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund unterscheiden sich dagegen nicht. „Ernährungskompetenz will gelernt sein“, sagt Bundesernährungsministerin Julia Klöckner zu den Ergebnissen der Studie. Sie zeige, wie wichtig es ist, Verbraucher aller Lebensphasen dabei zu unterstützen. „Es geht uns dabei um Befähigung, nicht Bevormundung. Entscheidend ist das notwendige Wissen, um eine informierte Wahl zu treffen."

Jüngere bereiten Anlass zur Sorge

Anlass zur Sorge geben vor allem die Jüngeren: In der Altersgruppe zwischen 18 und 24 Jahren weisen lediglich 37,1 Prozent der Befragten eine ausreichende Kompetenz vor. „Nur jeder dritte junge Erwachsene weiß, wie gesunde Ernährung funktioniert. Das ist alarmierend“, betont Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes. Auch der Zusammenhang von Bildungsabschlüssen und Ernährungskompetenz verdeutlicht den Handlungsbedarf. Nur 37,2 Prozent der Menschen mit einem Haupt- oder Volksschulabschluss können eine ausreichende Literalität vorweisen, bei Menschen mit Abitur liegt der Anteil bei 56,4 Prozent.

Eltern nutzen Fertigprodukte

Professor Berthold Koletzko, Vorsitzender der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und praktizierender Kinderarzt, ist mit dieser Entwicklung auch regelmäßig im beruflichen Alltag konfrontiert. „Generell sehe ich bei jungen Eltern einen zunehmenden Rückgang der Fähigkeiten zur selbstständigen Zubereitung von Mahlzeiten aus Grundnahrungsmitteln. Dies ist auch deshalb problematisch, weil Fertigprodukte regelmäßig zu viel Zucker, gesättigtes Fett und Salz enthalten. So kommt es insgesamt zu einer schlechteren Ernährungsqualität in vielen Familien mit Kindern, gerade auch wenn diese nicht einfach zwischen schlechteren und besseren Fertigprodukten unterscheiden können.“

Richtige Produktwahl fällt schwer

Tatsächlich bereitet unter den insgesamt acht untersuchten Kompetenzfeldern „gesundes Vergleichen“ die größten Schwierigkeiten. Rund 72 Prozent der Befragten fehlt es hier an den notwendigen Werkzeugen, um beispielsweise Entscheidungen über die richtige Produktwahl zu treffen. „Es war höchste Zeit, dass die Lebensmittelampel, der sogenannte Nutri-Score, auch in Deutschland eingeführt wurde“, betont Litsch. „Allerdings bringt es nichts, wenn die Lebensmittelindustrie die Kennzeichnung von Nährstoffen nach Lust und Laune auf ihren Produkten platzieren darf. Hier brauchen wir eine Verpflichtung.“

Hoher Zuckergehalt in Lebensmitteln

Zum wiederholten Mal problematisiert der AOK-Bundesverband auch die hohen Zuckergehalte in Lebensmitteln. So würden beispielsweise 80 Prozent der Fertiglebensmittel in deutschen Supermärkten zugesetzten Zucker enthalten. Den Verbrauchern fehle es daher schon beim Einkauf an gesunden Alternativen. Aus diesem Grund setze sich die AOK bereits seit mehreren Jahren dafür ein, den Zuckerkonsum in Deutschland zu senken. „Dafür brauchen wir vor allem verbindliche Reduktionsziele mit der Industrie und darüber hinaus ein Verbot von Marketing für stark zuckerhaltige Kinderlebensmittel“, sagt Dr. Kai Kolpatzik, Leiter der Abteilung Prävention im AOK-Bundesverband. (ams)

Tipps zur gesunden Ernährung gibt es unter www.aok.de/bremen > Gesundes Leben > Ernährung und Abnehmen

Auch bei den Snacks kommt es auf die richtige Wahl an. Warum nicht einfach mal eine Möhre für zwischendurch?

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Foto: Carsten Heidmann/AOK

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