Vorsicht vor Verbrennungen: Mädchen zündet Adventskerzen an.

Mit offenem Feuer und heißen Getränken steigt auch die Gefahr der Verbrennungen.

Foto: Jochen Tack

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Sicher durch die Weihnachtszeit

16. Dezember 2020 // 08:19
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Kerzenlicht, heißer Tee und Plätzchenbacken – zum wohligen Gefühl der Advents- und Winterzeit gehören diese Dinge einfach dazu. Doch Vorsicht ist angesagt: Mit offenem Feuer und heißen Getränken steigt die Gefahr, sich zu verbrennen oder zu verbrühen.

Häufige Unfälle im Kindesalter

Pro Jahr werden rund 30.000 Kinder in Deutschland unter 15 Jahren mit Verbrennungen und Verbrühungen ärztlich versorgt. Nach Zahlen von Paulinchen, der Initiative für brandverletzte Kinder, muss danach sogar jedes vierte Kind stationär behandelt werden. „Verbrennungen und Verbrühungen gehören zu den häufigsten Unfällen im Kindesalter“, weiß Dr. Julian Bleek, Arzt im AOK-Bundesverband. „Die meisten Unfälle geschehen im zweiten Lebensjahr, wenn das Kind laufen gelernt hat und Gegenstände zu sich herunterziehen kann.“

Flammen wirken anziehend

Unfallort ist dabei meist die Küche. Hier können sich Kinder an Herd und Backofen, heißen Töpfen oder Plätzchenblechen verbrennen. Auch brennende Kerzen, Lagerfeuer oder Feuerschalen üben eine große Anziehungskraft aus. Gefährlich sind auch elektrische Geräte mit herunterhängenden Kabeln wie Wasserkocher, Bügeleisen oder die Decke auf dem Tisch, die von den Kleinen unabsichtlich heruntergezogen wird.

Das „Nachbrennen“ stoppen

Hat sich ein Kind verbrannt oder verbrüht, muss alles getan werden, um das „Nachbrennen“ zu unterbinden, also die Hitzewirkung im Gewebe zu stoppen. In Brand geratene Kleidung muss mit Wasser gelöscht, Flammen müssen mit einer Decke erstickt werden. Bei Verbrühungen muss betroffene Kleidung rasch, aber vorsichtig ausgezogen werden. Kleinflächige Verbrennungen, zum Beispiel am Finger, werden am besten mit handwarmem Wasser (mindestens 15 Grad Celsius) für zehn bis 15 Minuten behandelt.

Große Verbrennungen nicht kühlen

Großflächige Verbrennungen sollten mit einem keimfreien Verbandstuch abgedeckt werden, dann alarmiert man am besten den Rettungsdienst. Eine Kühlung könnte zu gefährlicher Unterkühlung führen. Auf keinen Fall sollten Eltern auf Hausmittel wie Mehl, Puder oder Öl zurückgreifen. Sie verunreinigen die Wunde und erschweren die ärztliche Beurteilung.

Gefahrenquellen beseitigen

Auch Brandsalben oder –binden verschlimmern laut Bleek die Verletzung nur: Sie lassen keine Luft an die verbrannte Haut und halten die Hitze im Gewebe. Eis oder Eiswasser lindern zwar erst einmal den Schmerz, können das Gewebe aber zusätzlich schädigen. Am besten sollten Gefahrenquellen von vornherein ausgeschlossen werden. Dazu gehört, Streichhölzer und Feuerzeuge immer konsequent wegzuschließen. LED-Kerzen sind ungefährlich. Werden echte Kerzen genutzt, sollte ein Eimer mit Wasser in der Nähe stehen. Adventskränze sollten immer auf einer feuerfesten Unterlage stehen und brennende Kerzen nie unbeaufsichtigt gelassen werden. Wer Tassen oder Kannen mit heißen Getränken weit entfernt vom Tischrand abstellt und Topf- und Pfannengriffe immer nach hinten dreht, verhindert, dass Kinder danach greifen können. (ams)

Einteilung der Verbrennungsgrade

So erkennt man die verschiedenen Verbrennungsgrade

Foto: AOK

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