Süße Versuchung

Lotse
Gesundheit

Süße Versuchung

10. Mai 2021 // 11:00

Es gibt kaum ein Lebensmittel, in dem sich kein Zucker befindet. Wie mit den meisten Dingen im Leben kommt es auf das Maß an. Hier ein paar Infos und Tipps rund um den Zucker-Konsum.

Fast jeder mag Süßes. In früherer Zeit zeigte uns der süße Geschmack einer Frucht an, dass sie reif und essbar war. Heute brauchen wir diese Information zwar nicht mehr, die Lust auf Süßes ist aber geblieben. Und: Wir nehmen zu viel Zucker zu uns.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt Erwachsenen, nicht mehr als 50 Gramm Zucker (entspricht 17 Zuckerwürfeln) pro Tag zu sich zu nehmen und Kindern nicht mehr als 25 Gramm (entspricht 8 Zuckerwürfeln). Diese Menge ist jedoch überraschend schnell erreicht, zumal sich in vielen Nahrungsmitteln Zucker versteckt, von denen man es nicht vermutet. Vor allem betrifft das industriell gefertigte Lebensmittel. Es gibt kaum ein Lebensmittel, das keinen Zucker beinhaltet - ob nun als Fruchtzucker, Milchzucker, Traubenzucker oder raffinierter Weißzucker. Man kann Zucker kaum entgehen.

Zahlen, Daten, Fakten

• Die empfohlene Zucker-Obergrenze der WHO wird weit überschritten: Jeder deutsche Erwachsene verzehrt im Jahr 33 Kilo Zucker. Das sind 90 Gramm am Tag, was 30 Zuckerwürfeln entspricht.

• Jeder Deutsche isst durchschnittlich allein 10 Kilo Schokolade pro Jahr.

• Übermäßiger Zuckerkonsum kann Krankheiten/körperliche Beschwerden hervorrufen: Diabetes mellitus Typ 2, Übergewicht, Zahnprobleme (Karies), Magenprobleme, wie Sodbrennen.

• Zu viel Zucker macht vor allem auch schlapp. Denn die erhöhte Insulinausschüttung lässt den Blutzuckerspiegel zu weit absinken und eine Unterzuckerung ist die Folge.

Wie identifiziere ich Zucker in Lebensmitteln?

• Die Zutatenliste gibt Aufschluss über die zugefügten Zutaten in einem Lebensmittel. Sie führt diese in mengenmäßig absteigender Reihenfolge auf, das heißt, je weiter vorne zum Beispiel Zucker steht, umso mehr ist davon im Lebensmittel.

• Zucker hat viele Namen. Meistens hat es die Endung „-ose“ und/oder „-sirup“, zum Beispiel Glukose, Fruktose, Maltose.

Zucker…arm, …frei, …reduziert

Viele Produkte werben mit Kennzeichnungen wie zuckerarm, zuckerfrei oder Ähnlichem. Das steckt dahinter:

• „Zuckerreduziert“ ist ein Produkt, wenn sein Zuckergehalt mindestens 30 Prozent geringer ist als der eines vergleichbaren Lebensmittels.

• Ein Produkt, das mit „zuckerfrei“ und „ohne Zucker“ beschrieben wird, enthält nicht mehr als 0,5 g Zucker pro 100 g. Der Zucker kann aber durch Zuckeraustauschstoffe oder Süßstoffe ersetzt worden sein, um den süßen Geschmack aufrechtzuerhalten.

• „Ohne Zuckerzusatz“ heißt, dass kein weißer Zucker (Saccharose) zugesetzt sein darf, andere Zuckerarten wie Glukose (Traubenzucker) oder Honig dürfen trotzdem enthalten sein.

• Erlaubt ist aber: „enthält von Natur aus Zucker“ (z.B. aus Trockenfrüchten).

• „Zuckerarm“ bedeutet, dass das Produkt nicht mehr als 5 g Zucker pro 100 g bzw. 2,5 g pro 100 ml bei Getränken enthält.

Zuckerspartipps

Zucker suggeriert uns Sicherheit, denn schon unsere Muttermilch ist süß. Und so wird der süße Nachtisch, der gekaufte Fruchtjoghurt zur Gewohnheit. Die echte Frucht schmeckt dann gar nicht mehr so süß. Die Geschmacksnerven haben sich umgewöhnt. Aber die gute Nachricht: Sie sind lernfähig und können sich wieder zurückgewöhnen.

• Den Körper umgewöhnen: Taste dich Schritt für Schritt an eine geringere Süße heran und gewöhne deinen Körper um. Das braucht etwas Zeit. Süßstoffe helfen dabei nicht. Dazu gehört zum Beispiel bewusstes Einkaufen, statt zu Fertiggerichten zu greifen das Essen selbst zubereiten oder Fruchtjoghurt mit Naturjoghurt verdünnen.

• Kein Zuckerwasser: Ausreichend kalorienfreie Getränke wie Wasser und Tee trinken, Softdrinks als „Süßigkeit“ behandeln und möglichst keine süßen Instant-Kaffees trinken.

• Weniger Süßigkeiten essen: Süßes außer Reichweite aufbewahren, einen Riegel Schokolade essen statt der halben/ganzen Tafel und Süße ganz bewusst genießen, nicht nebenbei beim Fernsehen essen.

Alle Fakten und Tipps sind noch ausführlicher in der AOK-Broschüre „Süße Versuchung – alles über und um Zucker“ zu finden, die es bei der AOK Bremen/Bremerhaven gibt.

Der AOK-Zuckerkompass

Welche Art von Zucker nimmt man zu sich, gibt es Alternativen und wie kann man die Menge des Zuckers im Blick behalten? Um für diese und weitere Fragen Kinder und Jugendliche zu sensibilisieren und vor allem Antworten zu bieten, hat die AOK Bremen/Bremerhaven das digitale und interaktive Gesundheitsförderungsprogramm „Zuckerkompass“ entwickelt - für den Einsatz in den Klassen 5 bis 8 weiterführender Schulen.

Ziel: Zucker-Konsum reduzieren

Der Zuckerkompass mit seinen Materialien und die Beratung durch die AOK Bremen/Bremerhaven stehen Lehrkräften unter aok.de/zuckerkompass kostenfrei zur Verfügung. Ziel ist es, das Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler hinsichtlich ihres täglichen Zuckerkonsums zu stärken und diesen durch Informationen und Fakten nachhaltig zu reduzieren. So soll die Ernährungskompetenz der Kinder und Jugendlichen langfristig gefördert werden. Dabei werden die Schule als System und auch das häusliche Umfeld mit einbezogen.

Ansprechpartnerin bei der AOK Bremen/Bremerhaven: Lisa Zwiazek, Telefon: 0421 1761-28110, E-Mail: Lisa.Zwiazek@hb.aok.de. Hierüber erhält man auch kostenfrei das Leitfadenheft, das Workbook für Schülerinnen und Schüler und die Broschüre für Eltern.

Studie: Werbung für ungesunde Lebensmittel richten sich überwiegend an Kinder

Viele Lebensmittelkonzerne richten sich mit Werbung für ungesunde Produkte im TV und Internet hauptsächlich an Kinder. Das hat eine neue Studie der Universität Hamburg herausgefunden.

Weitere AOK-Angebote:

Angebote für Schulen

Bereits in der Schule geht es darum, Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen aufzubauen, damit sie stark fürs Leben werden. Die AOK Bremen/Bremerhaven fördert das mit vielseitigen Programmen und Projekten in den Bereichen gesunde Ernährung, Suchtprävention oder Berufsvorbereitung. Weitere Informationen zu den Angeboten gibt es hier.

Ernährungsberatung

Du hast Fragen zum Thema Ernährung? Die Ernährungsberatung der AOK Bremen/Bremerhaven ist für dich da:

• Diana Haack, Telefon: 0471 16-28109, E-Mail: Diana.Haack@hb.aok.de

• Doris Richter, Telefon: 0471 16-28108, E-Mail: Doris.Richter@hb.aok.de

• Sabine Kaukal, Telefon: 0421 1761-28106, E-Mail: Sabine.Kaukal@hb.aok.de

Forum „Ernährung“

Ein komplexes Thema, viele Perspektiven: Ernährung, Gewicht, Verdauung oder Diabetes. Das AOK-Expertenteam aus Ernährungswissenschaftlern und Diätassistenten hilft ganz individuell online unter aok.de/foren.

Link-Tipps:

Deutsche Gesellschaft für Ernährung: https://www.dge.de/presse/pm/empfehlung-zur-maximalen-zuckerzufuhr-in-deutschland/

„Darum ist zuckerfrei leben gesünder“ (AOK): https://www.aok.de/pk/magazin/ernaehrung/gesunde-ernaehrung/darum-ist-zuckerfrei-leben-gesuender/

„Zuckerfrei leben: In 5 Schritten zu einer gesunden Ernährung ohne Zucker“ (AOK): https://www.aok.de/pk/magazin/ernaehrung/gesunde-ernaehrung/zuckerfrei-leben-5-schritte-zur-ernaehrung-ohne-zucker/

„Wie viel Zucker am Tag darf mein Kind essen?“ (AOK): https://www.aok.de/pk/magazin/familie/kinder/wieviel-zucker-am-tag-darf-mein-kind-essen/

Klar, dass in Schokoriegeln, Gummibärchen oder Cola viel Zucker steckt. Doch wer weiß schon, wie viel Zucker in Müsli oder Rotkohl enthalten ist? Hier einige Beispiele für „Zuckerfallen“ (in Würfelzucker, 1 Würfel = 3g).

Klar, dass in Schokoriegeln, Gummibärchen oder Cola viel Zucker steckt. Doch wer weiß schon, wie viel Zucker in Müsli oder Rotkohl enthalten ist? Hier einige Beispiele für „Zuckerfallen“ (in Würfelzucker, 1 Würfel = 3g).

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