„Querdenken“-Demo in Stuttgart mit vielen Teilnehmern.

„Querdenken“-Demo in Stuttgart mit vielen Teilnehmern.

Foto: picture alliance/dpa

Deutschland und die Welt

Zoff nach „Querdenken“-Demo in Stuttgart

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Von nord24
4. April 2021 // 15:25

Rund 15.000 Menschen, größtenteils ohne Masken und Mindestabstand, versammeln sich bei einer Kundgebung der „Querdenken“-Bewegung gegen die Corona-Politik am Samstag in Stuttgart - und die Landeshauptstadt gerät in Erklärungsnot.

Angriffe auf Journalisten

Sie wehrt sich gegen den Vorwurf, die Massenveranstaltungen nicht verboten zu haben. Es waren zehn unterschiedliche Kundgebungen angemeldet. Hunderte Beamte waren im Einsatz, schritten wegen der Verstöße gegen die Corona-Regeln aber kaum ein. Das rief viel Kritik hervor - ebenso wie Angriffe auf Journalisten.

Bundesaußenminister Heiko Maas übt scharfe Kritik

Bundesaußenminister Heiko Maas kritisierte die Kundgebung der „Querdenken“-Bewegung scharf. Alle hätten das Recht zu demonstrieren, schrieb der SPD-Politiker am Samstagabend auf Twitter. Wenn aber Tausende ohne Maske und Abstand unterwegs seien, „verstößt das gegen jede Regel und erst Recht gegen jede Vernunft“. Beleidigungen und Übergriffe auf Journalisten und Journalistinnen hätten mit Demonstrationsfreiheit rein gar nichts zu tun. „Das sind Angriffe auf Pressefreiheit. Sie müssen verfolgt und geahndet werden.“

„Eine gesamtgesellschaftliche Gefährdung“

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) sagte der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag, er wolle alles dafür zu tun, dass sich solche Versammlungen wie am Samstag nicht wiederholten. „Das, was gestern passiert ist, ist ein Schlag ins Gesicht all jener, die sich an die Pandemieregeln halten. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Gefährdung und dazu geeignet, die dritte Corona-Welle zu befördern“, sagte Lucha. Mit der Stadt sei ein Gespräch geplant.

Polizei nennt zunächst keine genauen Zahlen

Die Polizei hatte am Samstag stundenlang zunächst zu den Demos keine genauen Zahlen genannt und am Ende des Tages von mehr als 10.000 Menschen gesprochen. Mehr als 1000 Polizisten waren im Einsatz. Die Beamten wurden unterstützt von der Bundespolizei sowie von Polizisten aus Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen. Zwei Wasserwerfer standen laut Maier bereit. Laut Polizei wurden 254 Corona-Verstöße geahndet. (dpa)

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