Die Mumie der Terezia Borsodi mit Baby (1768-1794, Alter 26 Jahre, Ungarn, Dominikanerkirche in Vac) gehört zu den Exponaten der Mumienausstellung.

Die Mumie der Terezia Borsodi mit Baby (1768-1794, Alter 26 Jahre, Ungarn, Dominikanerkirche in Vac) gehört zu den Exponaten der Mumienausstellung.

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Ausstellung

Hildesheim: Museum zeigt Mumienausstellung

Von Lili Maffiotte
11. Februar 2016 // 17:03

Mumien von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sind vom kommenden Samstag an im Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim zu sehen. Auch Mumien von Tieren werden in der nach Veranstalterangaben größten Mumienausstellung Deutschlands gezeigt. «Jede Mumie erzählt ihre Geschichte, manchmal sogar von dramatischen Ereignissen», teilte die Sprecherin des Museums, Kristina Freise, mit.

Fischsauerier-Jungtier ist das älteste Objekt

Die Schau «Mumien der Welt» zeigt rund 200 Ausstellungsstücke, darunter 26 vollständig erhaltene menschliche Mumien und viele Tiermumien. Das älteste Objekt ist das Skelett eines Fischsaurier-Jungtieres, das vor rund 180 Millionen Jahren starb. Die Mumien stammen aus sechs Kulturkreisen, darunter sind Leihgaben aus Ungarn, den Niederlanden und der Schweiz. Auch die einzige in Deutschland verwahrte Mumie der Guanchen, der Ureinwohner der Kanarischen Inseln, wird gezeigt.

Überblick über Mumifizierungstraditionen

Auf einer Ausstellungsfläche von rund 850 Quadratmetern können die Besucher «Repräsentanten» aus verschiedenen Epochen sehen und sich über neueste Forschungsergebnisse informieren. Dem Museum zufolge geben die Mumien einen einzigartigen Überblick über Mumifizierungstraditionen und -techniken. «Auf allen bewohnten Kontinenten gab es Versuche, die Körper Verstorbener zu erhalten: vom Totenkult der alten Ägypter über Moorleichen und südamerikanische Mumienbündel bis hin zum asiatischen Phänomen der Selbstmumifizierung», teilte Freise mit.

Mutter und Baby als Mumie

Schaurig und beeindruckend sind zum Beispiel die Mumien der 26-jährigen Teréza Borsodi (1768–1794) und ihres Säuglings, die 1994 in einer Gruft im ungarischen Vác gefunden wurden. Das Baby war nach dem Tod seiner Mutter per Kaiserschnitt zur Welt gebracht worden, überlebte aber nur wenige Stunden.

Mammutbaby: Eis führte zur Bildung einer Mumie

Zu den Ausstellungsstücken gehört auch die Replik des Mammutbabys «Dima», das vor rund 40 000 Jahren in Sibirien in einem Schlammteich starb. «Das Eis im umgebenden Boden zog die Feuchtigkeit aus dem Körper des Tieres und führte so zur Bildung einer Mumie. Diese wurde 1977 gefunden», erklärte das Museum. Zwei Moorleichen erinnern an das Leben von zwei Männern, die irgendwann zwischen 40 vor Christus und 50 nach Christus gestorben sind. Sie wurden 1904 in den Niederlanden gefunden.

Ausstellungsstücke verdoppelt

Grundlage für «Mumien der Welt» war eine von den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim konzipierte Wanderausstellung, die unter dem Titel «Mumien – Der Traum vom ewigen Leben» erstmals 2007 gezeigt wurde. Für die Hildesheimer Schau wurde das Konzept überarbeitet, die Zahl der Ausstellungsstücke fast verdoppelt. «Mumien der Welt» ist bis zum 28. August geöffnet. Ägypter haben das Mumifizieren perfektioniert. Aber auch andere Länder haben sich versucht. Hier sind berühmte Mumien aufgeführt.

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