Auf dem Gelände Alte Feuerwache entsteht derzeit ein Zwei-Sterne-Hotel. Folgen soll ein Dienstleistungszentrum. Das geplante Parkhaus auf dem Grundstück wird sich jedoch – anders als ursprünglich geplant – nicht ohne öffentliche Finanzierung realisieren lassen.

Auf dem Gelände Alte Feuerwache entsteht derzeit ein Zwei-Sterne-Hotel. Folgen soll ein Dienstleistungszentrum. Das geplante Parkhaus auf dem Grundstück wird sich jedoch – anders als ursprünglich geplant – nicht ohne öffentliche Finanzierung realisieren lassen.

Foto: Heske

Auto & Verkehr
Bremerhaven

Parkhaus Alte Feuerwache: Ohne städtisches Geld wird es nicht gehen

Von Christian Heske
24. Februar 2018 // 15:37

Rund um den Neuen Hafen ist ein neues Stadtviertel entstanden. Nicht mitgewachsen sind jedoch die Parkflächen an der Barkhausenstraße.

Zunächst war eine rein private Investition vorgesehen

Ein Parkhaus auf dem Areal Alte Feuerwache soll den Mangel beheben. Doch während zunächst eine rein private Investition vorgesehen war, ist mittlerweile klar: Ohne städtisches Geld wird es nicht gehen. Diese Nachricht hat nun SPD und CDU aufgescheucht.

Parkhaus mit bis zu 360 Stellplätzen geplant

Auf dem bisher als Parkplatz genutzten Grundstück Alte Feuerwache an der Ecke Barkhausen- und Querstraße lässt die Investorengruppe Köhler & Brandt derzeit ein Zwei-Sterne-Hotel bauen. Geplant ist außerdem ein Dienstleistungszentrum mit Verbraucher- und Biomärkten sowie Büroflächen. Die Planung sieht außerdem ein Parkhaus mit bis zu 360 Stellplätzen vor. Ein wirtschaftlicher Betrieb ist jedoch schwierig. Deshalb kommt die Stadt ins Spiel.

Oberbürgermeister und Stäwog sehen den Bedarf

Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) hält das Parkhaus für notwendig – auch mit Blick auf die touristischen Angebote in der Innenstadt. Sieghard Lückehe, Geschäftsführer der Städtischen Wohnungsgesellschaft (Stäwog) zweifelt ebenfalls nicht am Bedarf. Die Stäwog verwaltet im Auftrag der städtischen Bremerhavener Entwicklungsgesellschaft Alter/Neuer Hafen (BEAN) den bisherigen Parkplatz auf dem Gebiet Alte Feuerwache. „Wir haben viele Dauerparker und lange Wartelisten“, beschreibt Lückehe die Nachfrage.

Kaum Plätze am Timeport

Die Stäwog selbst hat ihren Sitz direkt gegenüber. Sie verfügt über einen eigenen Parkplatz, die Timeport-Gebäude der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS besitzen jedoch kaum Stellplätze. Auch die Arbeitnehmerkammer mit ihrem Publikumsverkehr ist ein Quell von Parkplatzsuchverkehr. „Das Problem wird durch die weitere Bebauung noch zunehmen“, prognostiziert Lückehe. Die Parkerei auf den Seitenstreifen stelle schon jetzt eine Gefährdung der Fußgänger dar.

Bauherren müssen für Parkplätze sorgen oder zahlen

Dabei hat die Stadt die Schaffung von Parkraum über ihre eigene Stellplatzverordnung geregelt. Die sieht vor, dass bei Bauprojekten eine bestimmte Zahl von Parkplätzen geschaffen werden muss. Investoren können diese Verpflichtung aber durch die Zahlung einer Ablösesumme an die Stadt abgelten. Die Stadt müsste dann die Parkflächen andernorts schaffen. Allein für den Bereich der Alten Feuerwache sind das 134 Stellplätze, die sich als Baulasten aus der Bebauung am Neuen Hafen ergeben.

Politik: Finanzielle Beteiligung der Stadt war nicht geplant

„Es sind politische Beschlüsse gefasst worden, dass ein Parkhaus gebaut wird“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Sönke Allers. Allerdings hätten die Koalitionäre noch Fragen an die Verwaltung. Allers will sich deshalb nicht auf einen Zeitplan festlegen lassen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Thorsten Raschen wird etwas konkreter: „Der Bedarf für ein Parkhaus ist völlig unstrittig“, sagt er. Informationsbedarf haben die Koalitionäre jedoch zu den absehbaren Kosten für die Stadt. „Als wir über das Projekt abgestimmt haben, war eine finanzielle Beteiligung der Stadt zunächst kein Thema“, sagt Raschen.

Betrieb über Stäpark vermutlich erst einmal Minusgeschäft

Dem Vernehmen nach besteht die von der Stadt favorisierte Lösung darin, dass die Stäwog das Parkhaus kauft und über ihre Tochter Stäpark betreibt. Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung sieht vor, dass sich in den ersten Jahren aus dem Betrieb ein Defizit von rund 31 000 Euro pro Jahr ergibt, durch eine Gebührenerhöhung aber später ein kostendeckender Betrieb möglich sein sollte.

Finanzierung vor allem über Darlehen

Der Bau der Anlage mit 360 Plätzen dürfte mit 6,38 Millionen Euro zu Buche schlagen. Den überwiegenden Teil des Geldes müsste die Stäwog über Eigenkapital und vor allem Darlehen finanzieren.

1,2 Millionen von der BEAN

Für den Kauf sollen zudem 1,2 Millionen Euro an Ablösegeldern für nicht gebaute Parkplätze von der BEAN fließen. Bestätigen will BEAN- und BIS-Geschäftsführer Nils Schnorrenberger diese Zahl zwar nicht. Aber auch er betont: „Wir sehen dringenden Stellplatzbedarf.“ Die BIS bemerke zunehmend, dass die Parkplatzfrage bei der Vermietung von Büroräumen in den Timeport-Gebäuden eine Rolle spiele. Auch für die weitere Entwicklung im Bereich Rudloffstraße sei das Parkhaus aus Schnorrenbergers Sicht sinnvoll.

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