Weil ein Kran mit einer Strommast in Berührung kam, erlitt ein Arbeiter zwei Stromschläge.

Weil ein Kran mit einer Strommast in Berührung kam, erlitt ein Arbeiter zwei Stromschläge.

Foto: Polizei

Blaulicht
Der Norden

15.000-Volt-Stromschläge: Arbeiter mit schweren Verbrennungen in Spezialklinik

Von Christoph Käfer
23. April 2017 // 15:57

Ein folgenschwerer Unfall hat sich am Sonnabendmittag am Lüneburger Westbahnhof ereignet. Dabei wurde ein Arbeiter schwer verletzt. 

Arbeiter wird schwer verletzt

Aus noch ungeklärter Ursache hatte sich auf der Baustelle eines Rohbaus zwischen einem Hotel und der Bahnstrecke gegen 13.50 Uhr die Kette eines Baukrans an einem Bahn-Strommast des Lüneburger Westbahnhofs verfangen. Dadurch erlitt ein 23-jähriger Arbeiter zwei 15.000-Volt-Stromschläge und wurde schwer verletzt.

Gesamter Kran unter Strom

Nach ersten Ermittlungen der Bundespolizeiinspektion Bremen wurde der 40 Meter lange Ausleger des 30 Meter hohen Krans zu weit gedreht, sodass sich die Lastkette an der Spitze eines Bahn-Strommastes verfing. Dadurch stand der gesamte Kran unter Strom.

Lichtbogen springt über

Der 23-jährige tschechische Bauarbeiter soll sich etwa vier Meter neben dem Kran in der Baugrube aufgehalten haben als der Lichtbogen übersprang.

Arbeiter helfen Verletztem

Im Umkreis von 20 Metern besteht bei der Erdung von 15.000 Volt über den Boden unmittelbare Lebensgefahr. Arbeiter eilten zu Hilfe und reichten ihm eine lange Holzlatte, um den unter Schock stehenden Mann aus dem Gefahrenbereich zu ziehen.

Schwere Verbrennungen am linken Bein

Sie hatten Glück, dass sie nicht selbst verletzt wurden. Der 23-Jährige erlitt schwere Verbrennungen am linken Bein und wurde in eine Hamburger Spezialklinik eingeliefert.

Gefahrenbereich gesperrt

Die Bundespolizei sperrte den Gefahrenbereich im Umkreis von 25 Metern um den Kran. Erst als die Oberleitung abgeschaltet und geerdet wurde, konnten sich die Einsatzkräfte dem Kran nähern.

Kranausleger schwankt durch Wind

Weil die Steuerung durch den Stromschlag ausgefallen war, konnte er nicht bedient werden. Unterdessen löste sich die Kette durch starke Windböen aus der Oberleitung und der Ausleger schwenkte zum nahegelegenen Hotel.

Kette droht Hotel zu beschädigen

Die Kette drohte in die Scheiben zu schlagen, weshalb die Bundespolizei sicherheitshalber mehrere Zimmer in drei Etagen räumen ließ. Einige Gäste mussten umziehen. Nach Polizeiangaben ist weiterhin unklar, ob menschliches Versagen oder ein technischer Fehler am Kran Ursache für den Unfall ist.

Bahnstrecke gesperrt

Die Bahnstrecke Richtung Dannenberg wurde bis 21.53 Uhr gesperrt. Die Bahn setzte Ersatzbusse ein.

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