Nach einem Unfall in Lehe mit einem parkenden Auto hat eine 44-jährige Fahrerin sich vorbildlich verhalten. Die Polizei klärt auf, wie es geht.

Nach einem Unfall in Lehe mit einem parkenden Auto hat eine 44-jährige Fahrerin sich vorbildlich verhalten. Die Polizei klärt auf, wie es geht.

Foto: picture alliance/dpa

Blaulicht
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Alles richtig gemacht

Von nord24
6. Juni 2020 // 07:00

Parkendes Auto gerammt: Die Panne einer Bremerhavenerin und ihr vorbildliches Verhalten nimmt die Polizei Bremerhaven zum Anlass, über die geltenden Regel zu informieren.

Ein Satz, der selten gesagt wird

„Alles richtig gemacht“ - diese Aussage der Polizei gehört nicht gerade zu den Standardsätzen, die Verursacher eines Verkehrsunfalls gesagt bekommen. Sie trifft auf eine 44-jährige Frau zu, die am Donnerstagabend gegen 19.50 in Bremerhaven-Lehe beim Einparken mit ihrem Auto leicht gegen einen abgestellten Pkw schrammte. Der Wagen der Autofahrerin blieb ohne Kratzer, das gegnerische Auto wies jedoch geringe Schäden auf.

Die Polizei informiert

Aus Sicht der Polizei hat die Fahrerin sich nach dem kleinen Missgeschick richtig verhalten, indem sie die Polizei informierte und bis zu deren Eintreffen an der Unfallstelle blieb. Ein Verkehrsunfall kann jedem passieren, sich danach aus dem Staub zu machen ist kein Kavaliersdelikt und zieht strafrechtliche Konsequenzen bis hin zum Entzung der Fahrerlaubnis nach sich. Dies wird vielen leider erst im anschließenden Strafverfahren klar, wenn ihnen eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe droht.

So sind die Regeln

Grundsätzlich gilt: Jeder Beteiligte eines Verkehrsunfalls, egal ob es sich um einen einfachen Parkrempler mit einem vermeintlichen Bagatellschaden oder um einen Unfall mit verletzten Personen handelt, ist verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass alle Unfallgegner unverzüglich die zur Sicherung möglicher Ansprüche erforderlichen persönlichen Daten erhalten. Da reicht keine einfache Benachrichtigung durch eine Notiz an der Windschutzscheibe, falls der Fahrer des anderen Fahrzeuges nicht vor Ort ist.

1000 Mal Unfallflucht in einem Jahr

Im vergangenen Jahr begingen in Bremerhaven mehr als 1000 Verkehrsteilnehmer eine Unfallflucht. 300 konnten überführt werden. Wer einen parkenden Wagen rammt, hat an der Unfallstelle eine „angemessene Zeit“ auf dessen Besitzer zu warten. Was angemessen ist, wird im Einzelfall entschieden: Bei Sachschäden sind es etwa 15 bis 30 Minuten. Doch auch nach der Wartezeit muss der Unfallfahrer unverzüglich den Geschädigten, die nächste Polizeidienststelle oder den Notruf 110 kontaktieren. Macht man das nicht und entfernt sich unerlaubt vom Unfallort, begeht man eine Straftat.

So geht es richtig:

Nach einem Verkehrsunfall gilt es, erst einmal Ruhe zu bewahren und die Gedanken zu sortieren. Autofahrer müssen einiges beachten:

  • Sofort anhalten und Ruhe bewahren.
  • Unfallstelle absichern, Rettungskräfte alarmieren und Erste Hilfe leisten.
  • Einige Hilfsmittel sollten unbedingt genutzt werden. Dazu zählen Warnblinker, Warndreieck, Warnweste und Warnleuchten.
  • Stets sollten Zeugen und Helfer darauf achten, nicht selber in Gefahr zu
  • geraten. Namen und Adressen der Beteiligten erfragen, Auto-Kennzeichen, Unfallort und -zeit notieren, Versicherungsdaten austauschen.
  • Zeugen bitten, bis zum Eintreffen der Polizei zu warten, Namen und Adressen aufschreiben.
  • Unfallverursacher müssen ihre Personalien bekanntgeben. Ist am Unfallort niemand, der die Daten aufnehmen kann, muss eine angemessene Zeit am Unfallort gewartet werden.
  • Nach der Wartezeit muss der Unfall sofort dem Geschädigten oder der Polizei bekanntgegeben werden. Ein Zettel an der Windschutzscheibe reicht keinesfalls aus.
  • Bei einer Verletzung sollten sich Betroffene ein ärztliches Attest besorgen.
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