Bei einem Amoklauf in München hat ein 18-jähriger Deutsch-Iraner neun Menschen getötet. Er soll psychisch gestört gewesen sein.

Bei einem Amoklauf in München hat ein 18-jähriger Deutsch-Iraner neun Menschen getötet. Er soll psychisch gestört gewesen sein.

Foto:  Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Blaulicht

Amoklauf in München hat keinen Bezug zur IS

Von nord24
23. Juli 2016 // 13:58

Die Bluttat in einem Münchner Einkaufszentrum mit insgesamt neun Toten war der Amoklauf eines vermutlich psychisch kranken Einzeltäters - einen Bezug zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gibt es nicht. Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä sagte am Samstag in München weiter, es gebe keinerlei Hinweise, dass mehr als der eine Täter aktiv gewesen seien. Der 18-Jährige habe sich anschließend selbst getötet. Die Ermittler sehen einen möglichen Zusammenhang mit den Morden des Norwegers Anders Behring Breivik vor genau fünf Jahren.

Täter war psychisch gestört

Der Täter hatte nach ersten Erkenntnissen von Ermittlern eine Erkrankung "aus dem depressiven Formenkreis". "Wir haben einige Hinweise dafür, dass eine nicht unerhebliche psychische Störung bei dem Täter vorliegen könnte", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Herkunft der Waffe bisher ungeklärt

Der Täter führte den Angaben zufolge eine illegale Pistole des Kalibers 9 Millimeter bei sich, die Seriennummer war ausgefräst. Der junge Mann habe über 300 Schuss Munition bei sich gehabt, sagte LKA-Präsident Robert Heimberger. Im Magazin habe sich noch Munition befunden. Woher die Waffe herstammt, sei noch nicht geklärt.

Minderjährige Todesopfer

Die Toten stammten laut Andrä alle aus München und Umgebung. Viele Todesopfer waren minderjährig. Zwei 15-Jährige und drei 14-Jährige seien ums Leben gekommen, berichteten die Ermittler. Weitere Opfer seien 17, 19, 20 und 45 Jahre alt gewesen. Unter den neun Todesopfern seien drei Frauen gewesen.

Bücher über Amokläufe

Der 18-Jährige war Schüler, er ist in München geboren und aufgewachsen. Die Ermittler haben in seiner Wohnung Bücher über Amokläufe gefunden. Eines hieß: "Amok im Kopf. Warum Schüler töten". Er habe sich intensiv mit dem Thema befasst. Die Verbindung zu Breivik "liegt auf der Hand", sagte Andrä. Am Freitag war der fünfte Jahrestag von Breiviks Amoklauf.

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