Auf Niedersachsens Straßen sterben dreimal mehr Männer als Frauen.

Auf Niedersachsens Straßen sterben dreimal mehr Männer als Frauen.

Foto: dpa

Blaulicht

Auf Niedersachsens Straßen sterben mehr Männer als Frauen 

Von nord24
26. November 2016 // 20:00

Männer haben ein deutliches höheres Risiko, bei Verkehrsunfällen ums Leben zu kommen, als Frauen. Und daran haben sie selber Schuld, glauben Fachleute.

331 männliche und 113 weibliche Todesopfer 2015

Auf den Straßen in Niedersachsen kommen dreimal so viele Männer ums Leben wie Frauen. Bei Verkehrsunfällen im vergangenen Jahr gab es landesweit 331 männliche und 113 weibliche Todesopfer. Wie aus einem aktuellen Bericht des Landesamtes für Statistik (LSN) in Hannover hervorgeht, hat sich damit ein seit langem anhaltender Trend fortgesetzt.

Riskantere Fahrweise

Hauptursache dafür sei die riskantere Fahrweise der Männer, sagte der Unfallforscher Siegfried Brockmann vom Gesamtverband der Versicherer. "Männer sind deshalb deutlich häufiger in Unfälle verwickelt." Ähnlich sieht es der ADAC. "Frauen fahren im Schnitt regelkonformer als Männer", sagte Sprecherin Christine Rettig.

Fußgänger, Fahrrad- und Motorradfahrer ebenfalls betroffen

Männliche Verkehrsteilnehmer kommen nicht nur im Auto häufiger ums Leben als Frauen, sondern auch als Fußgänger, Fahrrad- und Motorradfahrer. 2015 verunglückten in Niedersachsen 54 Fußgänger und 12 Fußgängerinnen tödlich. Mit dem Rad kamen 36 Männer und 13 Frauen ums Leben, mit dem Motorrad waren es 65 Männer und 4 Frauen.

Bundesweites Phänomen

Der hohe Männer-Anteil bei den Verkehrstoten sei kein niedersächsisches Phänomen, sagte Unfallforscher Brockmann. Die bundesweiten Zahlen seien vergleichbar. Neben der höheren Risikobereitschaft der Männer spiele dabei auch eine Rolle, dass nach wie vor Männer als Verkehrsteilnehmer überwiegen, "vor allem bei den Senioren".

Jüngere Frauen auch risikobereit

Dies dürfte sich aber schrittweise ändern. Mittlerweile betrage das Geschlechterverhältnis bei Führerscheinneulingen nämlich 50 zu 50, sagte ADAC-Sprecherin Rettig. Der Anteil der Frauen im Straßenverkehr werde deshalb in den kommenden Jahren kontinuierlich steigen. "Die Unfallzahlen werden sich dann wohl auch allmählich angleichen." Und Unfallforscher Brockmann hat registriert, "dass jüngere Frauen auch beim risikobereite Fahren aufholen".

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