Auf diesem Gehöft soll ein Paar aus Höxter in Ostwestfalen mehrere Frauen auf grausam misshandelt haben - mindestens zwei Opfer starben.

Auf diesem Gehöft soll ein Paar aus Höxter in Ostwestfalen mehrere Frauen auf grausam misshandelt haben - mindestens zwei Opfer starben.

Foto: Gentsch/dpa

Blaulicht

Höxter: Opfer spricht über monatelange Misshandlungen

Von nord24
4. Mai 2016 // 13:03

Eine 51-Jährige aus dem Großraum Berlin ist nach eigenen Angaben mehr als drei Monate lang in dem Haus in Höxter misshandelt worden. Wie es in einer gemeinsamen Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft von Mittwoch hieß, war die Frau laut ihrer Aussage von Ende 2011 bis März 2012 in dem Haus festgehalten und von dem beschuldigten Paar körperlich misshandelt worden.

Keine Chance zur Flucht

Sie habe keine Möglichkeit zur Flucht gehabt. Nach einer "erheblichen körperlichen Auseinandersetzung" sei sie von den Beschuldigten zu einem Bahnhof gebracht und in einen Zug nach Hause gesetzt worden. Aus Angst vor angedrohter Gewalt habe sie die Polizei nicht eingeschaltet, bis nun die Misshandlungsfälle von Höxter ans Tageslicht gekommen waren.

Verschiedene Frauen festgehalten und gequält

In dem früheren Bauernhaus in der kleinen Ortschaft Bosseborn soll das Paar über Jahre hinweg verschiedene Frauen festgehalten und gequält haben. Mindestens zwei Frauen aus Niedersachsen starben. Die Ermittler vermuten sadistische Machtspiele als Motiv. Das weitere Opfer hatte sich am Sonntag bei der Polizei gemeldet: Die Frau hatte das Haus in den Medien wiedererkannt.

Durch eine Kontaktanzeige kennengelernt

Kennengelernt hatte sie den Beschuldigten, weil sie ihm auf eine Kontaktanzeige geantwortet hatte. Nach einigen Telefonaten reiste sie bereits im August 2011 erstmals ins Weserbergland. Bei diesem dreiwöchigen Besuch sei es jedoch zu keinen Übergriffen gekommen. Sie hielt Telefonkontakt und entschloss sich schließlich zu dem zweiten Aufenthalt.

Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Auch die Ermittlungen in dem kleinen Ort mit wenig mehr als 500 Einwohnern laufen laut Polizei auf Hochtouren. Am Mittwochvormittag sei das Wohnhaus mit Kräften einer Einsatzhundertschaft ausgeräumt worden, um weitere Spuren zu sichern. Auch Hinweisen aus der Bevölkerung geht die Polizei nach. Allerdings gebe es bislang keine neuen Hinweise auf weitere Opfer. (dpa)

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