Nach einer Demonstration in Dallas wurden vier Polizisten erschossen.

Nach einer Demonstration in Dallas wurden vier Polizisten erschossen.

Foto: Igor Zehl/dpa

Blaulicht

Scharfschützen töten Polizisten bei Demonstration in Dallas

Von Lili Maffiotte
8. Juli 2016 // 07:15

In Dallas sind während eines Protestmarsches gegen Polizeigewalt am Donnerstagabend vier Beamte erschossen worden. Dies teilte die Polizei der texanischen Großstadt auf Twitter mit. Insgesamt seien elf Polizisten beschossen worden, sagte Polizeichef David Brown. Die Polizei geht von zwei Scharfschützen aus.

Zwei Verdächtige festgenommen

Festnahmen habe es noch keine gegeben, die Polizei bat die Öffentlichkeit um Hilfe bei der Suche nach Verdächtigen und veröffentlichte ein Foto. Es zeigt einen Mann, der eine Waffe bei sich hat und ein T-Shirt in Camouflage-Farben trägt. Er soll sich gestellt haben. Ein zweiter Verdächtiger sei festgenommen worden, twitterte die Polizei.

Gezielt auf Polizisten abgesehen

Die Verdächtigen hatten gedroht, eine Bombe zu legen, berichtete der Sender CNN unter Berufung auf die Polizei. Die Schützen hatten es vermutlich gezielt auf Polizisten abgesehen, so der Sender. Bei einem Toten handelt es sich offenbar um einen Transportpolizisten des Nahverkehrsunternehmens DART. Drei weitere wurden verletzt, wie DART auf Twitter mitteilte. Die Polizei forderte die Bürger auf, das Stadtzentrum von Dallas zu meiden, der öffentliche Verkehr wurde unterbrochen, berichtete die "Dallas Morning News."

Demonstration gegen Polizeigewalt gegen Afroamerikaner

Zuvor habe es friedliche Proteste gegen Polizeigewalt gegen Afroamerikaner gegeben. Auslöser waren zwei erschossene Afroamerikaner innerhalb von zwei Tagen. In Falcon Heights (Minnesota) starb Philando Castile (32) im Krankenhaus, nachdem ein Polizist bei einer Fahrzeugkontrolle auf ihn geschossen hatte. Kurz zuvor hatten in Baton Rouge (Louisiana) zwei Polizisten Alton Sterling (37) auf einem Parkplatz zu Boden gezwungen und ihn aus nächster Nähe erschossen.

Obama ruft zur Besonnenheit auf

Diese Tode seien ein Ereignis, das alle Amerikaner gleichermaßen angehen muss, sagte Präsident Barack Obama. "Wir erleben so etwas viel zu oft", sagte Obama unmittelbar nach der Landung in Warschau, wo er in der Nacht zum Freitag zum Nato-Gipfel eintraf. Der sichtbar berührte Präsident beschwor die Amerikaner, nach dem Geschehenen nicht in routinierte Reaktionsmuster zu verfallen, sondern innezuhalten.

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