Auf diesem Grundstück in der Nähe von Arnstein passierte das tragische Unglück.

Auf diesem Grundstück in der Nähe von Arnstein passierte das tragische Unglück.

Foto: Daniel Karmann/dpa

Blaulicht

Sechs tote Teenager in Gartenlaube: Angeklagter Vater ist fassungslos

Von nord24
18. Oktober 2017 // 14:30

Im Prozess um die tödliche Kohlenmonoxid-Vergiftung von sechs Teenagern in einer Gartenlaube in Unterfranken hat sich der Besitzer des Häuschens umfassend zu den Hintergründen geäußert. "Nach wie vor bin ich fassungslos, wie und warum das passieren konnte. Ich begreife das einfach nicht", ließ der 52-Jährige am Mittwoch vor dem Landgericht Würzburg von seinem Verteidiger verlesen. "Ich will aber keine Schuld von mir weisen", las Strafverteidiger Hubertus Krause weiter vor.

Sechs Teenager sterben an einer Kohlenmonoxidvergiftung

Der Mann aus Arnstein steht wegen sechsfacher fahrlässiger Tötung vor Gericht. In seiner Gartenlaube starben im Januar sechs Teenager an einer Kohlenmonoxidvergiftung, darunter zwei seiner eigenen Kinder.

Das tödliche Gas kann unbemerkt ausströmen

Schuld war ein im Technikraum des Häuschens aufgestellter Stromgenerator, der nicht für Innenräume geeignet war. Der Anklageschrift zufolge soll der 52-Jährige zudem eine wackelige Abgasableitung gebastelt haben, die im Laufe des Abends zusammengebrochen war. Deshalb konnte sich das tödliche Gas unbemerkt in der Hütte verteilen.

Der 52-Jährige will die Abgasleitung im Vorfeld des Unglücks bereits erfolgreich getestet haben

Der Angeklagte sagte in seiner persönlichen Erklärung unter anderem, dass er die Abgasleitung extra fest installiert und vor dem Betrieb mehrfach erfolgreich getestet habe. Der neu gekaufte Generator sei bereits zu Silvester einwandfrei gelaufen.

Der Angeklagte entdeckt die Toten am Morgen nach der Feier

Er selbst hatte die Toten am Morgen nach der Feier in der Laube entdeckt. Er habe zunächst angenommen, die jungen Leute hätten nur zu viel getrunken und würden deshalb noch schlafen. Erst Minuten später sei ihm klar geworden, dass "etwas Schreckliches passiert ist".

Geldstrafe oder Haftstrafe - das Gericht muss eine Entscheidung treffen

Das Gericht muss nun entscheiden, wie der Mann dafür zur Verantwortung gezogen werden muss. Sollten die Richter seine Schuld feststellen, können sie sowohl eine Geldstrafe als auch eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren verhängen. (dpa)

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