Staatsanwaltschaft fordert fünfeinhalb Jahre Haft für Brandstifter

Das Urteil im Brandstifter-Prozess soll in einer Woche in Bremen gesprochen werden. (Symbolfoto)

Blaulicht

Staatsanwaltschaft fordert fünfeinhalb Jahre Haft für Brandstifter

Von Steffen Koller
5. Mai 2020 // 07:00

Nach 25 Verhandlungstagen wurde am Montag die Beweisaufnahme im Fall eines mutmaßlichen Brandstifters (22) aus Bremerhaven geschlossen. Die Staatsanwaltschaft geht von vierfacher schwerer Brandstiftung aus und forderte fünfeinhalb Jahre Haft. Die Verteidiger plädierten auf Bewährungsstrafe, denn lediglich eine Tat könne ihrem Mandanten nachgewiesen werden.

Möbelstücke angezündet

Vier Brände, viermal eine in etwa gleiche Vorgehensweise: Zwischen 2017 und 2019 soll ein heute 22 Jahre alter Syrer Feuer in verschiedenen Wohnungen gelegt haben, die er selbst bewohnte. Viermal soll er Möbelstücke auf die immer gleiche Weise angezündet und das Haus danach verlassen haben, um den Verdacht von sich zu lenken. In allen Fällen habe nur er einen Schlüssel gehabt.

Staatsanwaltschaft sieht alle Taten bestätigt

Geht es nach der Staatsanwaltschaft, dann sind alle mutmaßlichen Taten „vollumfänglich bestätigt“, nur der Angeklagte komme für die Feuer infrage.

Auch wenn der 22-Jährige bei den drei Feuern von niemandem unmittelbar beim Anzünden erwischt worden sei, gebe es „eine Vielzahl von Zeugen“, so die Staatsanwaltschaft, die den Verdacht erhärtet hätten. Familienangehörige, Freunde, aber auch Nachbarn hätten den Mann mit ihren Aussagen belastet.

Niemand verletzt

Zwar wurde bei keinem der Feuer jemand verletzt, dennoch aber habe eine „große Gefahr“ bestanden, dass Personen zu Schaden kommen könnten – und das sei dem Angeklagten bewusst gewesen, sagte die Staatsanwältin. Hintergrund der mehrfachen mutmaßlichen Brandstiftung sollen Geldsorgen des Angeklagten gewesen sein. Um seinen Drogenkonsum finanzieren zu können, habe der Mann die Brände gelegt, argumentierte die Anklage. Das Urteil soll am Montag, 11. Mai, gesprochen werden.

Mehr lest ihr am heutigen Dienstag in der NORDSEE-ZEITUNG.