Polizeibeamte stehen an einer Absperrung an der Kreisstraße 22 rund einen Kilometer von dem Tatort, an dem zwei Polizeibeamte durch Schüsse getötet wurden.

Polizisten sperren am Montag den Tatort weiträumig ab. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Blaulicht

Nach Schüssen auf Polizisten: Schock sitzt tief

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Von nord24
1. Februar 2022 // 06:14

Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren: Im Fall der tödlichen Schüsse auf zwei Polizisten in der Pfalz sind trotz zweier Festnahmen noch viele Fragen offen.

Vorherige Wilderei vertuscht?

Die Fahndungsmaßnahmen werden fortgesetzt, weil nach Polizeiangaben nicht ausgeschlossen werden kann, dass es weitere Mittäter gibt. Am heutigen Dienstag (1. Februar) äußerten sich die Ermittler in Kaiserslautern zum aktuellen Stand, die Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass die mutmaßlichen Täter eine vorherige Wilderei vertuschen wollten. Parallel entspinnt sich eine Debatte über Sicherheit und Risiken des Polizeiberufs.

Polizisten werden bei einer Verkehrskontrolle an einer Kreisstraße erschossen

Am frühen Montagmorgen wurde eine 24 Jahre alte Polizeianwärterin bei einer Verkehrskontrolle an einer Kreisstraße in der Pfalz in der Nähe der Kreisstadt Kusel mit einem Schuss in den Kopf getötet und ein 29 Jahre alter Oberkommissar wurde von vier Schüssen getroffen, davon ging einer in den Kopf. Er selbst habe 14 Mal geschossen, nach bisherigen Erkenntnissen sei aber keiner der beiden Verdächtigen getroffen worden. Die Beamten hatten nach Angaben aus Sicherheitskreisen zuvor per Funk gemeldet, im Laderaum eines Fahrzeuges seien zahlreiche getötete Wildtiere gefunden worden. Später meldeten sie „Die schießen“. Der Polizist soll am Tatort noch mehrere Schüsse abgegeben haben - ob es Warnschüsse waren oder der Beamte einen Tatverdächtigen verletzte, war noch unklar. Die Waffe seiner Kollegin kam offensichtlich nicht zum Einsatz. Während die junge Frau, die noch an der Hochschule der Polizei studierte, nach Polizeiangaben sofort tot war, habe ihr Kollege zunächst noch gelebt. Er sei aber gestorben, als die Rettungskräfte eintrafen.

38 Jahre alter Wildhändler wird festgenommen

Am Montagabend folgten die Festnahmen zweier Deutscher. Zunächst stellte sich ein 38-Jähriger - ein Wildhändler aus dem saarländischen Kreis Neunkirchen - der Polizei, nachdem sie öffentlich nach ihm gefahndet hatte. Der Verdächtige habe sich über seine Anwältin bei der Polizei gemeldet und sei vor einem Haus im saarländischen Sulzbach festgenommen worden, berichtete ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Am Tatort werden Papiere des Täters gefunden

Die Polizei hatte nach Informationen der Redaktion am Tatort Papiere des Verdächtigen gefunden. Der Mann war der Polizei nach Angaben aus Sicherheitskreisen in der Vergangenheit wegen Unfallflucht aufgefallen. Der Deutsche Jagdverband erklärte, der 38-Jährige sei nicht im Besitz eines gültigen Jagdscheins gewesen. Am Dienstag soll der Mann dem Haftrichter vorgeführt werden, Aussagen machte er laut Polizei zunächst nicht.

Waffen bei den zwei Tatverdächtigen gefunden

In dem Haus in Sulzbach wurde kurze Zeit später auch ein 32 Jahre alter Verdächtiger festgenommen. Er räumte nach Darstellung der Staatsanwaltschaft die Wilderei ein. „Er hat aber bestritten, selbst geschossen zu haben“, sagte Orthen. Der 38-Jährige mache von seinem Schweigerecht Gebrauch. Bei den Ermittlungen seien eine Schrotflinte und ein Jagdgewehr sichergestellt worden. Im Haus des zweiten Tatverdächtigen seien zwei Langwaffen entdeckt worden. Beide Tatverdächtige waren laut Staatsanwaltschaft nicht rechtskräftig vorbestraft. Der 38-Jährige fiel der Polizei bereits früher wegen Jagdwilderei und Verkehrsunfallflucht auf, der 32-Jährige sei der Polizei wegen Betrugsdelikten bekannt.

Solidaritätsbekundungen für die Polizei

Ein Polizeisprecher aus Trier berichtete am Montagabend, bei Protestveranstaltungen gegen die Corona-Maßnahmen hätten einige Teilnehmer den Polizisten kondoliert. Kerzen seien zum Gedenken an die beiden toten Beamten entzündet worden. Auch ein Sprecher des Polizeipräsidiums Kaiserslautern sagte, es habe bei einigen der Veranstaltungen Solidaritätsbekundungen für die Polizei gegeben. Nach Angaben der Errmittler stand die getötete Polizeianwärterin kurz vor dem Ende ihrer Ausbildungszeit. Das Zivilfahrzeug, mit dem sie und ihr Kollege unterwegs gewesen seien, werde üblicherweise nicht für Verkehrskontrollen genutzt. (dpa/mb)

Wie die Kollegen im Landkreis Rotenburg damit umgehen, lest ihr auf NORD|ERLESEN.

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