120 Kilo Amphetamine haben Zollfahnder im August beschlagnahmt.

120 Kilo Amphetamine haben Zollfahnder im August beschlagnahmt.

Foto: Symbolfoto: Leonhardt/dpa

Bremen

120 Kilo Drogen bei Bremerhaven beschlagnahmt: Angeklagten drohen viele Jahre Knast

Von nord24
6. Februar 2017 // 20:00

Vor dem Landgericht Bremen hat der Prozess gegen zwei Männer begonnen, die im großen Stil Drogen nach Deutschland gebracht haben sollen. 

120 Kilo Drogen beschlagnahmt

Zollfahnder haben im August 2016 bei einer Kontrolle an der Autobahn 27 insgesamt rund 120 Kilogramm Drogen beschlagnahmt. Die Beamten stellten 60 Kunststoffbeutel, jeder gut gefüllt mit Ecstasy-Tabletten, in einem Lkw an der A27 sicher.

Pillen unterm Bett versteckt

Die Drogen waren nicht besonders gut versteckt: Die Angeklagten sollen die insgesamt 270 000 Tabletten der synthetischen Droge unter dem Bett des Führerhauses gelagert haben, als die Beamten auf einem Autohof im Süden Bremerhavens zuschlugen. Neben einem weiteren Kilo Amphetamin in kristalliner Form trafen die Ermittler auch auf die vermeintlichen Fahrer des unbeladenen Sattelschleppers.

Keine Aussagen zum Verkaufswert

Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft haben die Männer die Drogen über die Niederlande nach Deutschland gebracht. Was mit den Betäubungsmitteln passieren sollte, wurde zum Prozessauftakt nicht bekannt, ebenso wenig wurde etwas über den möglichen Verkaufswert der Drogen gesagt.

Drei Angeklagte, zwei Prozesse

Bekannt ist hingegen, so die Auffassung der Staatsanwaltschaft, dass der 36-jährige Angeklagte die Amphetamine in den Niederlanden besorgt haben soll. Der 51-Jährige sei seinerseits mit dem Transport nach Deutschland beauftragt gewesen. Einer dritten Person, die damals ebenfalls festgenommen wurde, wird aktuell in einem anderen Verfahren der Prozess gemacht.

Keine Angaben zur Sache

Die Angeklagten ließen über ihre Verteidiger erklären, dass man zum jetzigen Stand des Verfahrens keine Angaben zur Sache machen werde. Das Gericht unter Vorsitz von Richterin Stefanie Wulff regte hingegen an, sich in Absprache mit den Verfahrensbeteiligten auf einen Strafrahmen zu einigen – vorausgesetzt, die Angeklagten würden „belastbare Geständnisse“ ablegen.

Lange Haftstrafe droht

Die Staatsanwaltschaft stellte Haftstrafen von dreieinhalb bis viereinhalb Jahren in Aussicht, dazu müssten sich die Männer, wie erwähnt, aber geständig zeigen. Das Gesetz sieht bei einer Verurteilung eine Mindeststrafe von einem Jahr Gefängnis vor.

Kronzeugenregelung könnte greifen

Außerdem sei in diesem Verfahren auch eine sogenannte Kronzeugenregelung durchaus in Betracht zu ziehen, sagte die Richterin. Diese besagt, dass Personen mit Strafmilderung oder sogar Strafverzicht zu rechnen haben, sollten sie dem Gericht zum Beispiel Informationen liefern, die zur Ergreifung von Hintermännern führen oder weitere Straftaten verhindern.

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