Andreas Bovenschulte hat sich vor dem Hintergrund des Gedenkens an den Völkermord deutscher Kolonialtruppen im heutigen Namibia gegen Rassismus ausgesprochen.

Andreas Bovenschulte hat sich vor dem Hintergrund des Gedenkens an den Völkermord deutscher Kolonialtruppen im heutigen Namibia gegen Rassismus ausgesprochen.

Foto: Ievgen Chabanov

Bremen

Bovenschulte fordert Engagement gegen Rassismus

Von nord24
11. August 2020 // 07:00

Vor dem Hintergrund des Gedenkens an den Völkermord deutscher Kolonialtruppen im heutigen Namibia hat Bremens Senatspräsident Andreas Bovenschulte (SPD) dazu aufgerufen, rassistisches Verhalten und rassistische Strukturen zu überwinden.

Videobotschaft für Gedenkstunde

Rassismus habe verheerende Auswirkungen auf das gleichberechtigte und friedliche Zusammenleben, warnte er in einer Videobotschaft vor einer Gedenkstunde im Nelson-Mandela-Park in Bremen. Sie soll am Dienstagvormittag wegen der Pandemie nichtöffentlich nur in einem internen Kreis abgehalten werden.

Erster Völkermord des 20. Jahrhunderts

Vor mehr als einem Jahrhundert ermordeten deutsche Kolonialtruppen Herero, Nama und anderen Bevölkerungsgruppen im damaligen Deutsch-Südwestafrika. Schätzungen zufolge starben bis zu 80.000 Herero sowie mindestens 10.000 Nama. Historiker bezeichnen diese Gräueltaten als „ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts“.

Rebellion niedergeschlagen

Aus existenzieller Not heraus erhoben sich 1904 die Herero gegen die Kolonialmacht. Unter Generalleutnant Lothar von Trotha schlug eine Streitmacht von 15000 Soldaten die Rebellion der Bevölkerung militärisch nieder. Auftakt für den Genozid war die Schlacht von Ohamakari am 11. August 1904, auch als „Schlacht am Waterberg“ bekannt.

Ansporn für freiheitliche Welt

Nach der Schlacht flohen die Herero in die Omaheke-Halbwüste. Ihre deutschen Verfolger riegelten das Trockengebiet und die wenigen Wasserstellen ab. Auf alle, die zu fliehen versuchten, wurde geschossen. Der Völkermord sei Ansporn, für eine Welt einzutreten, die von Freiheit, Gleichheit und Solidarität geprägt sei, sagte Bovenschulte.

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