Nur per Notbremsung hat ein Lokführer wohl den Zusammenprall mit einem 30-jährigen Mann auf den Gleisen verhindert.

Nur per Notbremsung hat ein Lokführer wohl den Zusammenprall mit einem 30-jährigen Mann auf den Gleisen verhindert.

Foto: Martin Kierstein

Bremen
Blaulicht

Bremen: Flaschensammler wird fast von Zug erfasst

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Von nord24
10. Dezember 2020 // 14:33

Beinahe von einem Zug überrollt worden ist am Mittwochabend ein 30-jähriger, obdachloser Mann. Er hatte sich auf den Gleisen im Bahnhof Bremen-Hemelingen aufgehalten hatte. Der Lokführer konnte mit einer Notbremsung einen Zusammenprall verhindern. Er erlitt aber einen Schock.

Zug nähert sich mit 140 km/h

Der obdachlose Flaschensammler war am Mittwochabend um 17:10 Uhr verbotenerweise über die Gleise zum Bahnsteig gelaufen. Es ist unklar, ob er nach Pfandflaschen suchte oder den Weg abkürzen wollte. Gleichzeitig fuhr der Regionalexpress 4463 vom Bremer Hauptbahnhof Richtung Osnabrück mit 140 km/h durch Hemelingen.

Langer Bremsweg

In der Dämmerung konnte der Lokführer den Mann mit seiner weißen Tasche erst sehr spät erkennen. Viele Strecken im Bremer Stadtgebiet sind für 160 km/h freigegeben - bei dieser Geschwindigkeit von rund 40 Metern pro Sekunde betragen Anhaltewege von Zügen mehrere hundert Meter. Achtungspfiffe und kreischende Bremsen warnen leichtsinnige Gleisüberquerer bestenfalls noch und verschaffen ihnen für Bruchteile von Sekunden etwas mehr Reaktionszeit, die bei 160 km/h ohnehin nur rund zwei Sekunden beträgt - aber rechtzeitig anzuhalten ist meistens unmöglich. Auch in diesem Fall kam der Regionalexpress erst rund 100 Meter nach dem Ende des Bahnsteigs zum Stehen.

Lokführer erleidet Schock

Weil der Flaschensammler kurz vor dem durchrauschenden Zug im toten Winkel des hohen Führerstandes nicht mehr zu sehen war, war sich der Lokführer nicht sicher, ob er den Mann überfahren hatte: Er erlitt einen Schock und musste abgelöst werden. Nach ersten Ermittlungen der Bundespolizeiinspektion Bremen ist davon auszugehen, dass die Schnellbremsung des Lokführers das Leben des Mannes gerettet hat.

Keine Verletzten

Nachdem ein anderer Lokführer eingetroffen war, konnte der Zug gegen 18:15 Uhr weiterfahren. Fahrgäste wurden durch die überraschende Bremsung nicht verletzt. Wegen der halbstündigen Streckensperrung verspäteten sich zehn Züge. Bundespolizisten trafen den Flaschensammler auf dem Bahnsteig an. Der polnische Staatsangehörige erhielt eine Strafanzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. (klm)

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