In Bremen und Bremerhaven ist die Zahl der Privatinsolvenzen bundesweit am größten.

In Bremen und Bremerhaven ist die Zahl der Privatinsolvenzen bundesweit am größten.

Foto: Wolfraum/dpa

Bremen
Bremerhaven

Bremen und Bremerhaven sind spitze - bei der Zahl der Privat-Pleiten

Von nord24
21. Juli 2016 // 10:00

Erneut belegt das Bundesland Bremen einen traurigen Spitzenplatz in einer Statistik: In keinem anderen deutschen Bundesland ist die Quote der Privat-Insolvenzen so hoch wie hier. 

Mehr als 9000 Bremer sind pleite

Der Pleitegeier kreist über dem Bundesland Bremen: Mehr als 9000 Bremer und Bremerhavener sind derzeit pleite und haben Privatinsolvenz angemeldet. Damit nimmt das Bundesland den traurigen Spitzenplatz in der Statistik der Privat-Pleiten ein: Im Schnitt sind 141 von 10.000 Einwohnern insolvent. Auf den Rang zwei folgt Niedersachsen, wo 112 von 10.000 Einwohnern pleite sind, gefolgt von Hamburg (111 von 10.000 Einwohnern). Das teilte die Wirtschaftsauskunftei Bürgel am Donnerstag in Hamburg mit.

Nach sechs Jahren werden Rest-Schulden gestrichen

Insgesamt warten bundesweit rund 693.000 Menschen darauf, nach ihrem Insolvenzverfahren in eine schuldenfreie Zukunft zu starten. Die Schuldner befinden sich in der so genannten "Wohlverhaltensphase" und müssen ihr Einkommen oberhalb der Pfändungsgrenze abgeben, in der Regel sechs Jahre lang. Dann werden die restlichen Schulden gestrichen. Die Zahlen wurden erstmals erhoben, so dass kein Vergleich zu Vorjahren möglich ist.

NRW hat meiste Pleitefälle

Absolut gesehen wohnen die meisten der Pleitiers in Nordrhein-Westfalen. Dort sind fast 172.000 Einwohner pleite. Da das westliche Bundesland mit knapp 18 Millionen Bürgern auch das einwohnerstärkste Land ist, erscheint die Zahl im Vergleich zu anderen Bundesländern weit weniger dramatisch als sie zunächst klingt.

Verschiedene Ursachen für Pleite

Zu den Gründen für eine Privatinsolvenz gehören Arbeitslosigkeit und reduzierte Arbeit, Einkommensarmut, gescheiterte Selbstständigkeit, ein zum Einkommen unpassendes Konsumverhalten, Veränderungen in der familiären Situation wie Scheidung oder Trennung und Krankheit. Der überwiegende Teil der Privatpersonen in einer Insolvenz hat vor allem bei Kreditinstituten, Versandhändlern, Versicherungen, Behörden, Vermietern, Energieversorgern und Telefongesellschaften Schulden.  

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