Datenklau im Öztürk-Fall: Beschuldigte war früher Polizistin

Auf so einen USB-Stick soll die Mitarbeiterin von Dataport klammheimlich Akten aus dem Öztürk-Fall kopiert haben. Um allein im Sicherheitsraum zu sein, bat sie den Kollegen, Teewasser zu holen.

Bremen

Datenklau im Öztürk-Fall: Beschuldigte war früher Polizistin

Von Klaus Mündelein
6. September 2018 // 07:00

Zum Datenklau der Öztürk-Akten, der in der vergangenen Woche für Schlagzeilen sorgte, kommen nun neue Details ans Licht. Die beschuldigte Mitarbeiterin des IT-Dienstleisters Dataport ist ehemalige Polizisten und arbeitete an Sicherheitskonzepten. Und sie ist Mitglied bei den Bremer Grünen.

Versuchter Datenklau

„In der 14-jährigen Geschichte von Dataport hat es so einen Vorfall noch nicht gegeben“, sagte der Leiter des IT-Dienstleisters. Die Mitarbeiterin soll versucht haben, Gerichtsakten zum Öztürk-Fall unzulässigerweise zu kopieren.

Massenhafter Sozialbetrug

Die Akten sind brisant: Es geht um Akten des Landgerichts zum massenhaften Sozialbetrug in Bremerhaven, bei denen Selim Öztürk und dessen Sohn, der Bürgerschaftsabgeordnete Patrick Öztürk, eine Rolle spielen.

Vier Leute hatten Zugang

Im Bürgerschaftsaussauschuss für Datenschutz stellte sich der Chef von Dataport den Fragen der Politiker zum Datenklau. Zudem sickerten Informationen durch, die allerdings auf Antrag von SPD und Grünen nicht öffentlich diskutiert werden sollten. Jedenfalls war die Frau, die die Daten kopieren wollte, früher Polizistin. Sie gehörte zu einem kleinen Kreis von vier Mitarbeitern, die Zugang zu dem Raum hatten, in denen Dataport im Auftrag von Justizbehörden Gerichtsakten kopiert.