Beim Gesamthafenbetriebsverein (GHB) in Bremen sollen mehrere Hundert Mitarbeiter entlassen werden.

Beim Gesamthafenbetriebsverein (GHB) in Bremen sollen mehrere Hundert Mitarbeiter entlassen werden.

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Bremen
Schiffe & Häfen

Gesamthafenbetriebsverein: Hunderte Jobs stehen auf der Kippe

Von Klaus Mündelein
18. Mai 2016 // 13:08

Der gesamte Logistikbereich des Gesamthafenbetriebsverein (GHB) in Bremen soll geschlossen werden. Betroffen wären 450 Beschäftigte, die außerhalb des Hafen beispielsweise in den Bremer Hochregallagern der BLG eingesetzt werden. Der Hafenbereich Bremen mit etwa 130 Mitarbeitern soll nach Bremerhaven verlagert werden. Das bestätigt die BLG.

Logistikbereich in den roten Zahlen

Schon länger  brodelt in Bremen die Gerüchteküche.  Im Logistikbereich Bremen verbrenne der GHB monatlich 300 000 Euro, heißt es. Deshalb soll der Bereich geschlossen werden und die Arbeit von anderen Zeitarbeitsfirmen erledigt werden. Die BLG, Hauptabnehmer der GHB-Mitarbeiter in Bremen, wehrt sich dagegen, Ursache des Problems zu sein. „Wir zahlen an jede Firma, die für uns arbeitet, das gleiche“, sagt BLG Sprecher Andreas Hoetzel.

Flexiblere Dienste als Anforderung

Er bestätigt allerdings, dass der GHB nicht die Flexibilität liefert, die die  BLG brauche, um ihre Kunden zu bedienen. Die dazu notwendige Betriebsvereinbarung sei beim GHB immer noch nicht auf den Weg gebracht worden. Als Gegenleistung habe die BLG im vergangenen Jahr bei 700 Neueinstellungen mehrheitlich GHB-Beschäftigte übernommen. Hoetzel betont, dass die 450 bedrohten GHB-Arbeitsplätze nicht verloren seien. Die BLG brauche die Leute dringend. Sie müssten allerdings zu anderen Zeitarbeitsfirmen wechseln, die ihre Dienste flexibler anbieten könnten.

Mitgliederversammlung am Mittwochabend

Das Hafengeschäft des GHB sei davon nicht betroffen.  Das solle künftig von Bremerhaven aus geregelt werden. GHB-Geschäftsführer Bernt Kamin-Seggewies hat sich bislang noch nicht geäußert. Er soll heute Abend auf einer Mitgliederversammlung der Gewerkschaft Verdi die Lage erläutern. Zentrale Frage wird sein: Warum erwirtschaftet der GHB im Logistikbereich rote Zahlen? Gerüchte besagen, dass der Verwaltungsaufwand zu groß sei.

In Bremen sind 700 Beschäftigte

Der GHB  ist die Reserve des Hafens, die den Betrieben für ihr Geschäft, das Schwankungen unterworfen ist,  genügend Mitarbeiter zur Verfügung stellt. Der GHB hat in Bremen noch 700 Beschäftigte. Der GHB in Bremerhaven ist von diesem Thema nicht betroffen. Er soll aber Beschäftigte aus Bremen aufnehmen.

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