Bremen ist auf der Suche nach der Quelle von gefährlichen Legionellen-Bakterien. Seit Mitte Februar infizierten sich 17 Menschen, ein Mann starb.

Bremen ist auf der Suche nach der Quelle von gefährlichen Legionellen-Bakterien. Seit Mitte Februar infizierten sich 17 Menschen, ein Mann starb.

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Bremen

Legionellen: 36 Menschen in Bremen erkrankt - zwei Tote

Von Lili Maffiotte
4. März 2016 // 16:43

In Bremen sind seit Mitte Februar 17 schwere Fälle von Legionellen-Erkrankungen registriert worden. Ein 84-jähriger Mann sei an einer durch die Bakterien verursachten Lungenentzündung gestorben, teilten die Gesundheitsbehörden der Hansestadt mit. Bereits im November seien 19 Menschen erkrankt. Auch damals starb einer an der Bakterieninfektion. Auf der Suche nach der Quelle haben Bremens Behörden nun Großklimaanlagen im Verdacht. 

Suche nach der Quelle

Bei einigen Patienten bestehe Lebensgefahr, sagte die Leiterin des Gesundheitsamtes, Monika Lelgemann. Alle seien stationär im Krankenhaus, teils auf der Intensivstation. Alle Fälle traten im Westen Bremens auf. Gesundheitssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD) erklärte, es werde mit Hochdruck nach der Quelle der Legionellen gesucht. Im Fokus stünden gewerblich genutzte industrielle Großklimananlagen. "Wichtig ist, dass diese Anlagen jetzt vorsorglich desinfiziert werden", forderte die Senatorin die Betreiber auf.

Infizierung nur über die Atemwege

Lelgemann betonte, eine Infizierung könne nur über die Atemwege geschehen, wenn mit Legionellen belasteter Wasserdampf (Aerosole) eingeatmet werde. "Man kann sich nicht über das Trinken von Wasser infizieren." Bereits im November waren in Bremen 19 Menschen an Legionellen erkrankt. Damals war ebenfalls ein 84-jähriger Mann verstorben.

Legionellen können eingeatmet werden

Legionellen sind weltweit verbreitet und gedeihen in warmem Süßwasser. Sie können durch zerstäubtes Wasser eingeatmet werden, Infektionsquellen sind oft Duschen, Klimaanlagen oder Whirlpools. Eine Infektion mit diesen Bakterien kann symptomlos bleiben, aber auch grippeartige Symptome oder die Legionärskrankheit auslösen.

Häufige Fragen zu Legionellen:

  • Was sind Legionellen?
Legionellen sind bewegliche Stäbchenbakterien. Sie kommen nicht nur in Süßwasser vor, sie können auch im Meerwasser überleben und sich verbreiten.
  • Welche Erkrankungen werden durch Legionellen verursacht?
Die eigentliche "Legionärskrankheit" zeigt sich in einer schweren Lungenentzündung, die unbehandelt in 15 bis 20 Prozent der Fälle tödlich verläuft. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis zehn Tage, in seltenen Fällen bis zu zwei Wochen. Beim weitaus häufiger vorkommenden "Pontiac-Fieber" handelt es sich um eine fiebrige, grippeähnliche Erkrankung mit einer Inkubationszeit bis zu zwei Tagen, die meist ohne Lungenbeteiligung binnen weniger Tage abheilt. In Deutschland schätzt man, dass jährlich mindestens 100 000 Erkrankungen vorkommen.
  • Wer ist besonders gefährdet?
Vor allem sind ältere Menschen, Raucher sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem wie beispielsweise Diabetiker verstärkt betroffen. Allgemein erkranken Männer mehr als doppelt so häufig wie Frauen. Kinder sind meist nur sehr selten betroffen.
  • Wie kann man sich Legionellen einfangen?
Als Hauptinfektionsweg ist das Einatmen erregerhaltiger, lungengängiger Aerosole aus dem Warmwasserbereich anzusehen. Weiterhin gewinnen Legionellen als Krankheitserreger auch im Schwimmbecken zunehmend an Bedeutung. Ebenso ist eine Legionellenübertragung über Aerosole von Kühltürmen und Klimaanlagen möglich, sofern dies nicht durch Biozideinsatz und Verdampfung statt mechanischer Luftbefeuchtung verhindert wird. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet dagegen nicht statt.  

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