Die Bremer Polizei hat das am Samstag auch vom Bundesverfassungsgericht bestätigte Verbot der „Querdenker“- Demonstrationen gegen die Corona-Politik am Hauptbahnhof durchgesetzt. Dort versammelten sich am Nachmittag vor allem Teilnehmer von Gegendemonstrationen, die nicht verboten worden waren.

Die Bremer Polizei hat das am Samstag auch vom Bundesverfassungsgericht bestätigte Verbot der „Querdenker“- Demonstrationen gegen die Corona-Politik am Hauptbahnhof durchgesetzt. Dort versammelten sich am Nachmittag vor allem Teilnehmer von Gegendemonstrationen, die nicht verboten worden waren.

Foto: picture alliance/dpa

Bremen

„Querdenken“: Land Bremen rechnet mit 750.000 Euro Kosten

Von Helmut Reuter
6. Dezember 2020 // 10:31

Trotz Verbotes sind Hunderte „Querdenker“ durch Bremen gezogen. Das Polizei-Aufgebot wird den Steuerzahler eine dreiviertel Million Euro kosten.

Die vorläufige Bilanz des „Querdenker“-Samstags

Eine geplante, aber untersagte Großdemonstration von sogenannten „Querdenkern“ und mehrere Gegenveranstaltungen haben am Samstag in Bremen einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Die vorläufig Bilanz sind zwei verletzte Polizisten, 900 Platzverweise, 700 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten und weitere 70 Strafanzeigen.

„Querdenker“-Demos in letzter Instanz verboten

Insgesamt versammelten sich am Samstag in der Umgebung des Bremer Hauptbahnhofes nach Polizeiangaben mehrere Hundert Menschen. Diese waren zum Teil Anhänger der „Querdenken“-Bewegung und zum Teil Gegendemonstranten. Dabei war das Verbot der „Querdenker“-Demonstration kurz zuvor in letzter Instanz vom Bundesverfassungsgericht bestätigt worden.

Vermummte zünden in Bremen Autoreifen an

Die Bremer Polizei war den ganzen Tag über in der Innenstadt mit einem massiven Aufgebot von Einsatzkräften und mehreren Wasserwerfern auch direkt vor dem Rathaus präsent. Unterstützt wurden die Beamten von Einheiten aus sechs anderen Bundesländern und der Bundespolizei. Am Vormittag hatten vermummte Personen Reifen angezündet, die aber von der Feuerwehr schnell gelöscht werden konnten.

Innensenator: Wahnsinn kostet den Steuerzahler 750.000 Euro

Die Kosten für Polizei und die bereitgestellte Ausrüstung dürften den Landeshaushalt nach Angaben von Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) deutlich belasten. Radio Bremen zitierte ihn mit den Worten: „Das wird den Bremer Steuerzahler eine dreiviertel Million Euro kosten, dieser Wahnsinn.“ Dennoch zeigte er sich zufrieden. „Ich finde es toll, dass wir dadurch ein Signal auch für andere Städte gesetzt haben, dass man sich wehren muss. Wir würden immer wieder so handeln.“

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