Der Deutscher Feuerwehrverband macht deutlich, dass rassistische Strukturen in der Feuerwehr keinen Platz haben.

Der Deutscher Feuerwehrverband macht deutlich, dass rassistische Strukturen in der Feuerwehr keinen Platz haben.

Foto: picture alliance / dpa

Bremen

Rassismus bei Bremer Feuerwehr: Feuerwehrverband fordert Konsequenzen

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Von nord24
25. November 2020 // 16:35

Nach der Aufdeckung offenbar rechter und frauenfeindlicher Strukturen in der Bremer Feuerwehr fordert der Deutsche Feuerwehrverband personelle Konsequenzen.

Rassismus habe keinen Platz in der Feuerwehr

„Solche fragwürdigen Mitglieder haben in der Feuerwehr nichts zu suchen“, sagte am Mittwoch Vizepräsident Hermann Schreck. Es gehöre unabdingbar zur DNA der Feuerwehr, dass sie allen Menschen ungeachtet von Geschlecht, Herkunft, Religion oder Hautfarbe gleichermaßen helfe. Wenn klar werde, dass rassistische Überzeugungen zutage träten, dann müsse „ganz klar ein Schlussstrich gezogen werden“.

Vorgesetzte handelten nicht

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) hatte am Dienstag über rechtsradikale und rassistische Chats sowie über frauenfeindliche und sexistische Vorfälle und Mobbing in der Bremer Feuerwehr informiert. Außerdem setzte er eine Sonderermittlerin ein. Ein Rechercheteam von Radio Bremen, dem NDR und der „Süddeutschen Zeitung“ hatte bei eigenen Recherchen herausgefunden, dass Beschwerden einzelner Feuerwehrleute bei Vorgesetzten zu nichts geführt hatte.

Schwerer Stand von Frauen bekannt

Landesfrauenbeauftragte Bettina Wilhelm sagte zu den Vorfällen, dass Frauen bei der Bremer Feuerwehr keinen einfachen Stand hätten, sei lange bekannt. „Doch dass es Drohungen und Übergriffe in dem jetzt bekannten Ausmaß gibt und diese offenbar jahrelang geschehen konnten, erschreckt mich zutiefst.“ Hier liege offenkundig ein großes institutionelles Versagen vor. Sie forderte die Einrichtung einer Beschwerdestelle, an die sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Belästigungen und Übergriffen wenden können.

Bremer Rat für Integration sieht strukturelles Problem

Auch der Bremer Rat für Integration sieht ein strukturelles Problem. Es gehe nicht nur um das Handeln einer Gruppe. Es gehe hauptsächlich darum, dass dies bekannt gewesen und über Jahre in der Institution toleriert worden sei, heißt es in einer Erklärung. Deswegen forderte der Rat eine unabhängige Untersuchung und die zügige Einrichtung einer unabhängigen Beschwerdestelle.

Gewerkschaft spricht von Einzelfällen

Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft distanziert sich in einer Pressemitteilung von Straftaten wie Volksverhetzung und der Verwendung verfassungswidriger Symbole. Siegfried Maier, Bundesvorsitzender der DFeuG, fordert in dieser umfassende Aufklärung der Einzelfälle. Im Landesverband Bremen befürchtet man hingegen strukturelle Defizite im Umgang mit rassistischen und sexistischen Handlungen innerhalb der Feuerwehr Bremen, so ein Pressesprecher. (epd/pm/kga)

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