Der Asylbewerber aus Algerien, der eine Räumung des Weserparks (Foto) ausgelöst hat, ist wieder auf freiem Fuß.

Der Asylbewerber aus Algerien, der eine Räumung des Weserparks (Foto) ausgelöst hat, ist wieder auf freiem Fuß.

Foto: Wagner, dpa

Bremen
Terrorismus

Terror-Alarm in Bremen: Verdächtiger wieder auf freiem Fuß

Von nord24
28. Juli 2016 // 16:17

Der psychisch kranke Mann (19), der am Mittwochabend für den Großeinsatz der Polizei im Bremer Einkaufszentrum Weserpark verantwortlich ist, ist nach seiner Festnahme wieder auf freiem Fuß. Im Rahmen einer Vernehmung habe sich herausgestellt, dass von dem Mann keine Gefahr ausgehe, teilte die Polizei am Donnerstag mit.  Der 19-Jährige ist nach neuen Erkenntnissen allerdings gar nicht im Weserpark gewesen. Das Gebäude war am Nachmittag geräumt worden, weil einem Ladenbesitzer ein verdächtiger Mann aufgefallen war. Wegen der treffenden Beschreibung des Zeugen war die Polizei zunächst davon ausgegangen, dass es sich dabei um den Gesuchten handelte. Der 19-Jährige war am Mittwoch aus einer Psychiatrie in Bassum (Landkreis Diepholz) entwichen und hatte dabei gerufen: "Ich sprenge euch in die Luft". Zudem war er in der Klinik mit verdächtigen Äußerungen zum Amoklauf in München und über den IS aufgefallen.

Bundespolizisten nehmen den Algerier am Bremer Hauptbahnhof fest

Daraufhin leitete die Polizei eine umfangreiche Fahndung ein. Als der Entflohene am Nachmittag Zeugen im Einkaufszentrum auffiel - wohl fälschlicherweise -, wurde das Gebäude evakuiert. Mehrere Stunden suchten die Einsatzkräfte das Einkaufszentrum nach dem 19-Jährigen ab - auch nach verdächtigen Gegenständen, die der junge Mann möglicherweise hinterlassen hatte. Gegen Mitternacht konnten Bundespolizisten ihn am Bremer Hauptbahnhof festnehmen. Es handelte sich um einen Asylbewerber aus Algerien.

Algerier hat sich durch die Einweisung in die Psychiatrie stark aufgewühlt gefühlt

Seinen Ausruf gestand der Verdächtige bei seiner Vernehmung zwar ein. Er habe jedoch glaubhaft versichert, dies nicht so gemeint zu haben, teilte die Polizei mit. Zudem habe er sich massiv von seinen Äußerungen zum Islamischen Staat und dem Amoklauf in München distanziert. Der 19-Jährige habe angegeben, durch die Einweisung in die Psychiatrie emotional stark aufgewühlt gewesen zu sein. Dorthin war er eine Woche zuvor aus dem Polizeigewahrsam überstellt worden, nachdem er sich in seiner Zelle immer wieder selbst verletzt hatte, hieß es.

Mann kommt nicht zurück in die Psychiatrie

Im Polizeigewahrsam saß er wegen Diebstählen und Hausfriedensbruch. Nach dem Vorfall in dem Einkaufszentrum kam er nun nicht wieder in die Psychiatrie, sondern zurück in seine Unterbringung im Landkreis Diepholz. (dpa)

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