Der Todesraser zeigt zum Prozessauftakt Reue.

Der Todesraser zeigt zum Prozessauftakt Reue.

Foto: Symbolfoto: Berg/dpa

Bremen
Justiz

Todesraser von Bremen zeigt späte Reue

Von nord24
12. Dezember 2016 // 12:03

Wegen Mordes muss sich ein Motorradfahrer, der in der Bikerszene mit YouTube-Videos seiner riskanten Touren bekannt wurde, vor dem Landgericht Bremen verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 24 Jahre alten Studenten vor, im Juni mit seinem Motorrad einen 75 Jahre alten Fußgänger überfahren zu haben, der bei Rot über die Straße ging. Der Fußgänger starb am Unfallort, der 24-Jährige wurde schwer verletzt. "Wenn ich könnte, würde ich alles tun, um es rückgängig zu machen", sagte der Angeklagte zum Prozessauftakt am Montag. Er bereue, was passiert sei. Der Motorradfahrer soll auch die tödliche Fahrt im Juni gefilmt haben. Laut Anklage hatte der Mann zudem kurz vor dem Zusammenstoß ein Auto touchiert und danach Fahrerflucht begangen.

Motorradfahrer ist mit 100 Kilometern pro Stunde unterwegs

Schuld an der Kollision soll die hohe Geschwindigkeit des Motorradfahrers gewesen sein. Der Angeklagte war mit 100 Kilometern pro Stunde unterwegs, obwohl auf der Straße nur 50 erlaubt waren. Laut Staatsanwaltschaft wusste der Mann, dass er bei diesem Tempo nicht ausweichen könne, habe das aber in Kauf genommen.

Staatsanwalt wirft dem Angeklagten Mord vor

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm nun niedere Beweggründe und deshalb Mord vor. Er habe sein Geltungsbedürfnis befriedigen und sich mit der Fahrt einen Kick verschaffen wollen, erklärte der Staatsanwalt.

Verteidiger nimmt den Motorradfahrer in Schutz

Der Anwalt des Angeklagten sagte am Montag dagegen, der 24-Jährige habe den Tod anderer Menschen nicht billigend in Kauf genommen. "Junge Fahrer neigen dazu, Gefahr zu unterschätzen. Häufig geht es gut, manchmal aber führt dies zu tragischen Ereignissen, die niemand gewollt hat", sagte der Anwalt. (dpa)

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