Andreas Bovenschulte (SPD), Bürgermeister von Bremen, steht im Rathaus.

Andreas Bovenschulte beobachtet eine Radikalisierung bei den Corona-Protesten, warnt aber vor pauschalen Verurteilungen.

Foto: Sina Schuldt/dpa

Bremen

Bovenschulte: Keine Pauschalurteile gegen Impfkritiker

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Von nord24
17. Dezember 2021 // 07:30

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) hat im Umgang mit Kritikern der Corona-Impfstrategie vor einer pauschalen Verurteilung gewarnt.

Bovenschulte: Das Ankündigen von schweren Straftaten und Morddrohungen sind inakzeptabel

Es sei zwar eine Radikalisierung bei den Protesten zu beobachten. „Diese Gefahr ist real, und das darf man nicht unterschätzen“, sagte Bovenschulte der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings dürfe nicht jeder, der sich kritisch zur Impfstrategie äußere, mit Rechtsradikalen und sogenannten Querdenkern in einen Topf geworfen werden. So viel Differenzierung müsse auf jeden Fall sein. „Völlig inakzeptabel für einen Rechtsstaat ist es natürlich, wenn man in organisierter Form und in SA-Manier mit Fackeln vor Häusern von Politikern aufmarschiert oder gar schwere Straftaten ankündigt und Morddrohungen ausstößt“, betonte Bovenschulte. „In solchen Fällen müssen Polizei und Justiz schnell und hart reagieren.“

Bremens Regierungs-Chef über Kritiker: „Etwas mehr Verständnis habe ich, wenn eine allgemeine Impfpflicht skeptisch gesehen wird“

Argumente gegen eine Corona-Impfung leuchteten ihm nicht ein, außer wenn medizinische Gründe dagegen sprächen, betonte Bovenschulte. Alle vorliegenden Studien zeigten, dass das Risiko sich anzustecken und danach vielleicht einen schweren Krankheitsverlauf zu erleiden, viel höher sei als das Risiko einer Impfschädigung. „Etwas mehr Verständnis habe ich, wenn eine allgemeine Impfpflicht skeptisch gesehen wird - obwohl ich im Grundsatz klar dafür bin.“ (dpa/mb)

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