Der Prozess gegen den mutmaßlichen Axtmörder aus Bremerhaven wurde am Montag fortgesetzt.

Der Prozess gegen den mutmaßlichen Axtmörder aus Bremerhaven wurde am Montag fortgesetzt.

Foto: Koller

Bremen
Bremerhaven

Brutaler Axtmörder von Bremerhaven: Anklage liest sich wie Horrorfilm-Drehbuch

Von nord24
30. Januar 2017 // 19:30

Vor dem Landgericht Bremen wurde am Montag der Prozess gegen einen 24-jährigen Mann fortgesetzt, dem Mord, versuchter Mord, schwerer Raub und gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt wird. 

Schlimme Verbrechen

Vier brutale Verbrechen innerhalb weniger Tage: Die Anklageschrift gegen einen 24-Jährigen, dem seit August der Prozess gemacht wird, zeugt von roher Gewalt. Dem jungen Mann wird unter anderem vorgeworfen, einen 69-Jährigen in einer Gartenparzelle in Bremerhaven überfallen und vermutlich mit einer Axt so schwer verletzt zu haben, dass dieser zwei Monate später im Krankenhaus starb.

Wie starb das Opfer?

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es die Axthiebe auf den Kopf des Opfers waren, die letztlich zum Tod führten. Dominik Bleckmann, Verteidiger des Angeklagten, hegte bis zum Montag Zweifel an dieser Theorie – und diese Zweifel schienen anfangs durchaus begründet.

Niedriger Blutzuckerwert

Wie aus medizinischen Unterlagen hervorgeht, lag der Blutzuckerwert des Opfers nach seinem Tod in einem Bereich, bei dem nicht ausgeschlossen werden kann, dass der Mann in ein diabetisches Koma gefallen ist und deshalb starb, so die Erklärung Bleckmanns.

Fehler bei Gerichtsmedizin

Doch die Ergebnisse sind nicht korrekt, wie der 61 Jahre alte Sachverständige vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf vor Gericht sagte. Beim Ablesen einer Messskala sei den Kollegen „möglicherweise ein Fauxpas unterlaufen“, berichtet der Gerichtsmediziner.

Keine kritischen Werte

Man sei in der Zeile verrutscht, ergänzt der 61-Jährige. Beim Opfer seien weder diabetische Vorerkrankungen festgestellt worden noch hätten seine Werte währen der Behandlung in einem kritischen Bereich gelegen.

Mit Sektflaschen auf Kopf geschlagen

Während der 69-Jährige Bremerhavener letztlich seinen Verletzungen erlag, überlebte ein weiteres Opfer nur durch viel Glück: Laut Staatsanwaltschaft überfiel der 24-Jährige den Autohausbesitzer in seiner Wohnung in Brake und schlug mehrfach mit vollen Sektflaschen auf den Kopf des Mannes ein.

Vier Wochen im Koma

Mehrere Stunden lag der heute 46-Jährige mit offenem Schädel in seiner Wohnung, nur durch Zufall entdeckten Polizisten den Kfz-Mechaniker und alarmierten den Notarzt. Er musste in ein vierwöchiges Koma versetzt werden, ehe sechs Wochen Reha folgten.

Zwei weitere Überfälle

Bis heute hat der Mann Schwierigkeiten Sätze zu formulieren, seiner Arbeit kann er nicht mehr nachgehen. Zwei weitere Überfälle, unter anderem mit einem Messer, werden dem Angeklagten ebenfalls zur Last gelegt.

Urteil im Februar

Stellt das Gericht die Schuld des 24-Jährigen fest, droht ihm eine lebenslange Freiheitstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung. Maßgeblich darüber entscheidet das psychologische Gutachten, das am Donnerstag, 9. Februar, verlesen werden soll. Und mit einem Urteil sei am 17. Februar zu rechnen, stellt die Vorsitzende Richterin in Aussicht.  

Immer informiert via Messenger
Wie soll das Waranen-Pärchen aus dem Klimahaus heißen?
819 abgegebene Stimmen
Folge den Pinguins via Messenger