Eine 17-Jährige wurde in der Stadt Bremen bei einem Polizeieinsatz hinter dieser Tür angeschossen.

Eine 17-Jährige wurde in der Stadt Bremen bei einem Polizeieinsatz hinter dieser Tür angeschossen.

Foto:

Bremen
Der Norden

Nach Polizeischüssen: Sind die Beamten überfordert?

Von nord24
9. März 2016 // 07:04

Nach drei Polizeieinsätzen mit Schüssen auf Menschen innerhalb kurzer Zeit warnen Experten vor einer Überforderung der Beamten. "Ich hoffe, dass das kein Anzeichen von wachsender Nervosität in der Polizei ist", sagte der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt. Die Kollegen seien durch steigende Flüchtlingszahlen, Terrorgefahr, politischen Extremismus und Rocker-Kriminalität stark gefordert. Gleichzeitig steige die Gefahr für Polizisten, im Dienst verletzt zu werden, weil mehr Gas- und Schreckschusspistolen im Umlauf seien. Der Hamburger Polizeiforscher Rafael Behr sieht darin vor allem eine Herausforderung für die Streifenpolizei: "Der einfache Schutzmann kommt dadurch in Situationen, die er falsch einschätzt." So könnten vermeintliche Bagatelldelikte wie Ruhestörung oder Streit unter Eheleuten schnell eskalieren. Nach Behrs und Wendts Angaben fehlt gerade den Streifenpolizisten oft die Praxis im Umgang mit der Dienstwaffe, da sie nur einmal im Jahr zum Schießtraining kämen.

27-Jähriger in Mecklenburg-Vorpommern verliert ein Auge nach Schuss auf sein Auto

In der Stadt Bremen hatte am Wochenende ein Polizist nach einem Schuss aus einer Gaspistole mehrmals durch eine geschlossene Wohnungstür gefeuert und eine 17-Jährige verletzt. In Mecklenburg-Vorpommern verlor ein 27-Jähriger ein Auge, als ein Polizist Mitte Februar auf sein Auto schoss, in dem die Fahnder einen gesuchten Kriminellen vermuteten. In Berlin erschoss ein Zivilfahnder Anfang März einen mutmaßlichen Einbrecher auf dessen Flucht im Auto.

Immer informiert via Messenger
Wie findet ihr die Parkgebühren in der Innenstadt, wenn ihr da einkauft?
617 abgegebene Stimmen
Folge den Pinguins via Messenger