Einsatzfahrzeug der Johanniter

Im Johanniter Landesverband Niedersachsen-Bremen ist die Zahl der Einsätze in den vergangenen drei Jahren um 12,5 Prozent auf insgesamt mehr als 78.000 Einsatzfahrten gestiegen.

Foto: Dittrich/dpa

Bremen
Der Norden

Niedersachsen: Immer mehr Rettungseinsätze wegen Bagatellen

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Von nord24
7. Dezember 2022 // 10:17

Die Zahl der Rettungseinsätze hat in den vergangenen Jahren einem Experten zufolge bundesweit stark zugenommen. Oft sind Bagatellen der Grund.

Um 12,5 Prozent gestiegen

“Allein im Landesverband ist die Zahl der Einsätze in den vergangenen drei Jahren um 12,5 Prozent gestiegen auf insgesamt mehr als 78.000 Einsatzfahrten“, sagte Thorsten Ernst, Fachbereichsleiter Rettungsdienst im Johanniter Landesverband Niedersachsen-Bremen

Wartezeiten umgehen

"Bei vielen Menschen herrscht noch zu viel Unwissenheit, an welche Stelle sie sich mit welchen Leiden wenden können", sagte Ernst. Außerdem müssten Patienten längere Wege und Wartezeiten für Hausarztbesuche in Kauf nehmen. Viele nutzten zudem die Fahrt mit dem Rettungswagen als Mittel, um Wartezeiten in Notaufnahmen zu umgehen.

Einsatz bei Triggerbegriffen

Die Mitarbeiter in der Rettungsleitstelle könnten Bagatell-Anrufe nur schlecht aussortieren, betonte der Experte. Es gebe sogenannte Triggerbegriffe, wie Luftnot, bei denen der Disponent dann im Zweifelsfall einen Rettungswagen losschicke. Erst vor Ort kläre sich dann zum Beispiel, dass der Patient seit drei Wochen einen Husten habe und über keinen Hausarzt verfüge.

Frust bei Einsatzkräften

Bei den Einsatzkräften führe die hohe Zahl an sogenannten Fehlfahrten zu Frust. Die vier großen Hilfsorganisationen hatten zur niedersächsischen Landtagswahl in einem Positionspapier eine Neuausrichtung des Rettungsdienstes gefordert. Unter anderem müsse der Kassenärztliche Bereitschaftsdienst mit den Rettungsleitstellen besser vernetzt werden. Auch der Einsatz von sogenannten Gemeindesanitätern mit einer kürzeren Ausbildungsdauer könnte den Rettungsdienst entlasten, sagte Ernst.

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