Trier hat viele römische Schätze. So viele, dass etliche von ihnen noch gar nicht wissenschaftlich erfasst sind. Ein Forscherteam knöpft sich nun die antiken Grabdenkmäler vor.

Trier hat viele römische Schätze. So viele, dass etliche von ihnen noch gar nicht wissenschaftlich erfasst sind. Ein Forscherteam knöpft sich nun die antiken Grabdenkmäler vor.

Foto: Birgit Reichert/dpa

Bremerhaven

1500

Von Anne Stürzer
14. Juli 2016 // 12:47

Steinblöcke von antiken Grabmonumenten haben Wissenschaftler erstmals in Trier erfasst. Die Steinblöcke lagerten seit Jahren in den Depots des Rheinischen Landesmuseums Trier. "Wir können nun ganz systematisch die Grabdenkmäler einer der wichtigsten Städte des römischen Imperiums aufarbeiten", sagte Anja Klöckner, Professorin für Klassische Archäologie.

Grabmäler wurden nach Status und Geldbeutel gebaut

Wer konnte, ließ sich im antiken Trier nach seinem Tod ein Grabdenkmal setzen. Gebaut wurde nach Status und Geldbeutel: Die knallbunten Monumente waren zwischen einem Meter und 30 Metern hoch. "Jeder wollte das Größte", sagt Markus Scholz, Professor für Provinzialrömische Archäologie. Es entstanden Gräberstraßen mit zig Denkmälern, denn Trier war zu römischen Zeiten nicht nur ein wichtiges Finanzzentrum, sondern zeitweise auch Hauptstadt des Weströmischen Reiches.

Grabdenkmäler sind von handwerklich hoher Qualität

Der Trierer Fundus sei einmalig, betonen die Wissenschaftler. "Was in Trier so besonders ist, ist die schiere Fülle des Materials. Wir haben aus Rom auch viel, aber nicht so viel", sagt Klöckner. Die Grabdenkmäler seien von handwerklich hoher Qualität gewesen. Und: Trier sei mit seinen außergewöhnlichen Bildreliefs auf den Monumenten "Trendsetter" gewesen. Auf den Steinblöcken sind Alltagsszenen zu sehen, ebenso wie Verweise auf die Quellen des Reichtums: Der Tuchhändler bildete Händler mit Tüchern ab, der Weinhändler Szenen mit Weinfässern. "Von der Bildsprache erhoffen wir uns Einblicke in das Alltagsleben jener Zeit", sagt Scholz. "Bisher ist Trier vor allem aus spätantiker Sicht wahrgenommen worden, das frühe erste Jahrhundert ist noch kaum erforscht."

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