Ärzte haben Nachwuchssorgen

Für Routinekontrollen wie Blutdruckmessen zu Hause beim Patienten haben Ärzte keine Zeit mehr.

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Bremerhaven

Ärzte machen immer weniger Hausbesuche

Von Denise von der Ahé
20. Juli 2016 // 08:00

Da kommen medizinische Nachwuchsprobleme auf Bremerhaven zu: Von den derzeit 65 Hausärzten in der Seestadt gehen in den nächsten zehn Jahren zwei Drittel in den Ruhestand, sagt der Bremerhavener Allgemeinmediziner Dirk Fornaçon. Und schon heute haben die Ärzte immer weniger Zeit für Hausbesuche. „Bisher sind wir in Bremerhaven noch relativ gut ausgestattet, aber die Welle derjenigen, die sich aus der aktiven Tätigkeit zurückziehen, wird jetzt immer größer“, sagt Fornaçon.

Investitionskostenzuschuss für Ärzte

Um junge Ärzte für Bremerhaven zu gewinnen, hat die Kassenärztliche Vereinigung jetzt ein neues Förderpaket geschnürt. Wer sich als Hausarzt in Bremerhaven niederlassen möchte, kann bei der KV Bremen bis zum 31. August einen Investitionskostenzuschuss von bis zu 60 000 Euro beantragen. Gefördert werden können drei neue Hausärzte. „Es liegt bereits ein Antrag bei der KV Bremen vor, weitere Anfragen sind gestellt, so dass wir vorsichtig optimistisch sein dürfen, dass neue Hausärzte nach Bremerhaven kommen“, sagt Fox.

Ärzte machen immer weniger Hausbesuche

Schon in den vergangenen Jahren hat der ambulante Pflegedienst der Diakonie-Sozialstation beobachtet, dass Hausbesuche von Hausärzten immer seltener werden. „Fachärzte fahren noch viel seltener raus“, sagt Pflegedienstleiter Andreas Gödecke. „Gerade für ältere Menschen ist das oft ein Problem." Fornaçon bestätigt den Trend. Immer mehr Single-Haushalte und soziale Isolation stärkten das Bedürfnis vieler Menschen, einen Arzt auch schon bei leichten Beschwerden aufzusuchen. „Mehr Behandlungsfälle verteilen sich daher auf die vorhandenen Hausärzte“, sagt Fornaçon. „Es bleibt weniger Zeit für Hausbesuche.“

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