Die rote Schleife ist weltweit zum Symbol im Kampf gegen Aids geworden. Foto dpa

Die rote Schleife ist weltweit zum Symbol im Kampf gegen Aids geworden. Foto dpa

Bremerhaven

Aids ist die zweithäufigste Todesursache unter Teenagern

Von Lili Maffiotte
1. Dezember 2015 // 15:20

In Afrika ist die Immunschwächekrankheit sogar der häufigste Grund für Todesfälle in der Altersgruppe der 10- bis 19-Jährigen, berichtete die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung zum heutigen Welt-Aids-Tag. Präventionsprogramme und Verhütungsangebote müssten ausgeweitet werden und sich gezielt an Jugendliche richten. Am häufigsten sterben Jugendliche laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei Unfällen.

HIV-Neuinfektionen gehen zurück

Insgesamt ging die Zahl der HIV-Neuinfektionen weltweit - bezogen auf alle Altersgruppen - von der Jahrtausendwende bis 2014 um 35 Prozent auf zwei Millionen im Jahr zurück. Im vergangenen Jahr starben den Angaben zufolge 1,2 Millionen Menschen an Aids, 800 000 weniger als 2004. HIV-Infektionen weltweit (Wiederholung) (30.11.2015)

Mehr kostenlose Aids-Tests

In Deutschland wissen nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) etwa 13 200 von 83 400 Menschen mit HIV nichts von ihrer Infektion. Dabei raten Experten inzwischen dazu, so früh wie möglich mit einer Therapie zu beginnen. Die Deutsche Aids-Hilfe will daher ihre anonymen und kostenlosen Testangebote ausbauen. Doch nicht jeder will sich überprüfen lassen. "Vor allem Angst vor Diskriminierung und der Glaube, mit HIV sei ein erfülltes Leben nicht mehr möglich, halten Menschen vom HIV-Test ab", sagte Vorstandsmitglied Ulf-Arne Hentschke-Kristal.

Keine Ansteckungsrisiken im täglichen Miteinander

Der Welt-Aids-Tag, der jedes Jahr am 1. Dezember stattfindet, will unter anderem für mehr Solidarität mit Betroffenen werben. Auch die Bundesregierung rief zu mehr Akzeptanz auf. Die meisten Menschen wüssten, wie sie sich vor einer Infektion mit dem Aids-Erreger schützen könnten, sagte Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). Bekannt sei auch, dass es im täglichen Miteinander keine Ansteckungsrisiken gebe. Aber nicht immer vertrauten die Menschen diesem Wissen. Die Kampagne wolle Vorurteile abbauen.

Neuinfektionen bei Kindern und Müttern verhindern

Die Vereinten Nationen haben sich zum Ziel gesetzt, die Immunschwächekrankheit bis zum Jahr 2030 zu stoppen. Vor diesem Hintergrund hat das Kinderhilfswerk World Vision eine neue Strategie verabschiedet. Dabei gehe es vor allem um die Verhinderung von Neuinfektionen bei Kindern und ihren Müttern, um die Unterstützung und Versorgung betroffener Jungen und Mädchen sowie den Schutz vor Ansteckungen bei Jugendlichen, teilte World Vision mit. Weltweit leben demnach 2,6 Millionen Kinder mit dem HI-Virus.  

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