Der Elektrotechnik-Unternehmer Heinrich Janssen in der Eiswerkestraße im Fischereihafen I.

Der Elektrotechnik-Unternehmer Heinrich Janssen in der Eiswerkestraße im Fischereihafen I. Der heute 75-Jährige hat die kleine Verbindungsstraße und die anliegenden Gebäude vor 20 Jahren gekauft. Unter anderem Handwerker, Ärzte, Steuerberater und Designer zählen zu seinen Mietern. Foto Ehrecke

Bremerhaven

Arbeiten und Wohnen im Fischereihafen

Von nord24
5. November 2015 // 13:03

Die Kräne auf dem einstigen SSW-Werftgelände sind zum Greifen nah, das Wasser des Fischereihafens I plätschert nur ein paar Schritte entfernt: Die Eiswerkestraße ist heute eine versteckt gelegene, kleine Privatstraße mit Büros und einigen Wohnungen. Einst begann von hier aus der Siegeszug der deutschen Hochseefischerei. Friedrich Busse (1835–1898) ist eine Berühmtheit in Bremerhaven. Nach dem Mitbegründer der deutschen Hochseefischerei und Eisproduzenten ist eine Straße in Geestemünde benannt. Neben der Alten Geestebrücke steht das Busse-Denkmal. Die Fischdampferreederei F. Busse, bis zum Konkurs 1983 geleitet vom 2012 verstorbenen Urenkel Friedrich Carl Busse, wurde seit Anfang des 20. Jahrhunderts von der Eiswerkestraße aus geleitet.

Gleich nebenan stehen die alten Eiswerke

Gleich nebenan stehen die Hallen der 1912 eröffneten Eiswerke F. Busse, in denen bis zum Umzug des Unternehmens an den Kühlhauskai vor wenigen Monaten Betrieb war. „Von seinem Büro in der Eiswerkestraße 3 aus konnte Busse auf einer Seite das Hafenbecken sehen, auf der anderen Seite die Werft“, sagt Heinrich Janssen. Der heute 75-jährige Elektrotechnik-Unternehmer und Immobilienvermieter kaufte vor rund 20  Jahren gut die Hälfte der Eiswerkestraße samt der anliegenden, einstöckigen Gebäude. „Die sind 1907 errichtet worden – die Glastreppe zum Chefbüro der Busses gibt es heute noch.“ Im Erdgeschoss residierte die Verwaltung der Eiswerke.

Die Glastreppe von Friedrich Busse ist noch ein Original

Die Glastreppe war vor 20 Jahren noch heil. „Aber der Rest war ziemlich marode – eine Ruine“, erinnert sich Janssen. Von den glorreichen Zeiten, in denen in der Eiswerkestraße das Herz der Reederei F. Busse schlug und im Fischereihafen bis zu 200 Fischdampfer im Päckchen lagen, war nichts mehr übrig. Außer ein paar baulichen Besonderheiten: „Im Gebäude Eiswerkestraße 4–10 ist der Boden im ersten Stock für schwere Lasten verstärkt – dort oben wurden früher riesige Netze repariert, und die wurden mit Gabelstaplern transportiert“, berichtet Janssen. Stück für Stück renovierte der Elektromeister die Häuser an seiner Privatstraße, veränderte die Grundrisse so, dass Büroräume und Wohnungen entstanden. „Heute ist das alles zu 100 Prozent vermietet“, sagt er stolz. Ingenieure, Unternehmensberater, Industriemechaniker, Ärzte und ein Designer haben zwischen Werft und Wasser Platz zum wohnen und arbeiten gefunden.

Nur ein kleiner Teil der Eiswerkestraße ist öffentlich

Zum Hafenbecken hin, jenseits der Herwigstraße bis zum Kohlenkai, ist die Eiswerkestraße öffentlich. Aus der Kaikante ragt ein rostiges Geländer. „Da ging es einst zur Fischereihafenfähre“, erinnert sich Janssen, der in den fünfziger Jahren seine Ausbildung im Hafen machte. Wenige Schritte daneben rumort es auf einer Großbaustelle: Dort sollen 2017/18 die Fischereiforscher des Thünen-Instituts einziehen. „Der öffentliche Rest der Eiswerkestraße soll dann eine Plaza werden“, sagt Janssen. Gut für seine Mieter: Die haben dann eine Flaniermeile direkt vor der Haustür. Die anderen Straßen in Bremerhaven, die wir in unserer großen Serie vorstellen, finden Sie in unserer Artikelsammlung.

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