Beim Lohn und Gehalt gibt es eine Menge zu beachten, sagt die Arbeitnehmerkammer.

Beim Lohn und Gehalt gibt es eine Menge zu beachten, sagt die Arbeitnehmerkammer.

Foto: Burgi/dpa

Bremerhaven
Cuxland

Arbeitnehmerkammer: Gehalt genau prüfen

Von Christoph Bohn
31. März 2018 // 14:30

Das Gehalt landet jeden Monat auf dem Konto und sorgt dafür, dass der Arbeitnehmer leben kann. So sollte es sein. Und doch läuft in der Praxis einiges schief. Das kann Dr. Alireza Khostevan von der Arbeitnehmerkammer Bremen nur bestätigen. Er rät allen Arbeitnehmern zu Aufmerksamkeit. Grundsätzlich gilt in Deutschland natürlich die Vertragsfreiheit“, betont Khostevan. Jeder sei frei, einen Vertrag abzuschließen oder auch nicht. „Das heißt: Jeder ist für sich selber verantwortlich, zu welchem Preis er seine Arbeit verkauft.“ Doch es gelten bestimmte rechtliche Grundsätze. Der wichtigste: Verträge sind einzuhalten. „Das gilt insbesondere für die rechtzeitige Zahlung. Es besteht eine Zahlungspflicht“, betont Khostevan. Abschlagszahlungen seien nur mit Zustimmung des Arbeitnehmers zulässig.

Gehalt kann nicht beliebig klein sein

Die Höhe des Gehalts kann nicht beliebig gering sein. „Wird im Vertrag nicht über die Höhe des Gehalts gesprochen, schuldet der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer das in der Branche übliche Gehalt“, sagt Khostevan. Ansonsten gelte der Tarifvertrag, wenn der Arbeitgeber Mitglied im Arbeitgeberverband und der Arbeitnehmer in einer Gewerkschaft - oder das Unternehmen  Branche gehöre, für die eine Allgemeinverbindlichkeit angeordnet ist, wie Reinigungsfirmen und Bauunternehmen. Gilt ein Tarifvertrag nicht, könne ein Vertrag aber sittenwidrig sein, wenn weniger als ein Drittel des in der Branche üblichen Gehalts gezahlt werde. „Dann gilt automatisch das übliche Gehalt“, betont Khostevan. Und seit 1. Januar 2015 gilt für alle im Inland beschäftigten Arbeitnehmer zudem eine absolute Untergrenze: der Mindestlohn pro Stunde. „Und dieser Stundenlohn, der derzeit bei 8,84 Euro liegt, muss jeden Monat eingehalten werden. Ein Durchschnittswert gilt nicht“, mahnt Khostevan.

Geld muss bis 31. des Monats auf dem Konto sein

„Der Arbeitnehmer muss mit seiner Arbeit einen Monat in Vorleistung gehen“, erläutert Khostevan. Dann müsse das Geld am Monatsende auf dem Konto sein – es sei denn, der Vertrag erlaube ein anderes Datum. „Sonst ist der Arbeitgeber ab dem 1. des Folgemonats in Verzug.

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