Schlechte Nachrichten: Die Träume vom Bau großer Kreuzfahrtschiffe in Bremerhaven sind geplatzt. Die asiatische Genting-Gruppe will die zehn Schiffe für ihre Reedereien komplett an der Ostsee bauen.

Die Träume vom Bau großer Kreuzfahrtschiffe in Bremerhaven sind geplatzt. Die asiatische Genting-Gruppe will die zehn Schiffe für ihre Reedereien komplett an der Ostsee bauen.

Foto: Animation: Genting-Gruppe

Bremerhaven
Schiffe & Häfen

Auf der Lloyd Werft platzen die Schiffbau-Träume

Von Klaus Mündelein
7. Juli 2016 // 15:33

Platzt gerade der Traum vom Neubau großer Kreuzfahrtschiffe in Bremerhaven wie eine Seifenblase? Offenbar will die asiatische Genting-Gruppe die Lloyd Werft weitgehend ausbooten und das Neubaugeschäft auf den drei Ostsee-Werften konzentrieren. Sogar der Name „Lloyd Werft“ soll nach Informationen der NORDSEE-ZEITUNG dort gestrichen werden.

"Wir befinden uns im freien Fall"

"Wir befinden uns im freien Fall. Die Frage ist, wie hart wird der Aufprall?", fasst der maßlos enttäuschte Betriebsratsvorsitzende Daniel Müller die Stimmung auf der Lloyd Werft zusammen. Freitagmorgen soll die Belegschaft im Kaiserhafen informiert werden. Bezeichnend: Die Genting-Chefs sind nicht mit dabei.

Lloyd Werft ist dann raus

Die hatten am Donnerstag die Belegschaften auf den drei Werften an der Ostsee informiert, die seit einigen Monaten mit der Seestadtwerft den Verbund Lloyd Werft-Group bilden. Demnach werden die Ostsee-Werften in einer eigenständigen Holding unter dem Namen "MV Werften" zusammengefasst. Die Lloyd Werft in Bremerhaven ist dann raus.

Alle Aufträge gehen an die Ostsee

Alle zehn Neubauaufträge für die Genting-Reedereien in Asien und Amerika sollen komplett an den Ostsee-Standorten gebaut werden, in der Genting-Konzern mehr als 100 Millionen Euro investieren will. Die Hoffnung, wenigsten die Endausrüstung in Bremerhaven vornehmen zu können, ist damit geplatzt. Auch der Bau der Flusskreuzfahrtschiffe, der in Bremerhaven schon fest eingeplant war, soll an der Ostsee stattfinden.

Oberbürgermeister ist entsetzt

Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) ist entsetzt. Er erinnert an die Treffen mit Genting, bei denen dem Regierungschef und ihm Arbeit und Beschäftigung für die Lloyd Werft versprochen wurde. Er spricht vom "Vertrauensbruch" und fordert ein Gespräch mit dem obersten Genting-Chef.

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