Wenn in Sibirien der Permafrostboden zunehmend auftaut, könnten die Folgen weltweit zu spüren sein. Denn dann würden mehr Treibhausgase freigesetzt.

Wenn in Sibirien der Permafrostboden zunehmend auftaut, könnten die Folgen weltweit zu spüren sein. Denn dann würden mehr Treibhausgase freigesetzt.

Foto: University of Oxford/dpa

Bremerhaven

Awi-Forscher warnen vor Erderwärmung

16. September 2020 // 17:45

Die Arktis erwärmt sich immer mehr. Als Folge geht der Permafrostboden immer schneller durch Erosion verloren, haben Bremerhavener Forscher herausgefunden.

Messungen als Beleg

Messungen von Wissenschaftlern des Alfred-Wegener-Instituts (Awi) am sibirischen Fluss Lena haben das Ausmaß der Erosion belegt. Es sei beängstigend, teilt das Awi mit. Dort bricht das Ufer jährlich um gut 15 Meter ab. Hinzu kommt, dass der im Permafrost gespeicherte Kohlenstoff den Treibhauseffekt weiter anheizen kann.

Anhand einer detaillierten Auswertung von historischen Satellitenbildern aus Sibirien konnten die Experten um Matthias Fuchs zeigen, dass der Permafrostboden im Delta des Flusses Lena immer stärker erodiert. Fraß sich der Fluss Mitte der 1960er Jahre auf einer Breite von etwa 1,7 Kilometern noch um durchschnittlich knapp fünf Meter ins Land, so wurde der Permafrostboden zwischen 2015 und 2018 jährlich um fast 16 Meter abgetragen.

Sehr großer Landverlust

Bei dem Untersuchungsgebiet der Forscher handelt es sich um das gut eineinhalb Kilometer lange Sobo-Sise-Yedoma-Kliff, an dem der Permafrostboden steil in einen Flussarm der Lena abfällt. An seiner höchsten Stelle ragt es 27 Meter auf. „Permafrostboden geht seit vielen Jahren rund um die Arktis in großer Menge verloren“, sagt Matthias Fuchs. „Doch das Sobo-Sise-Yedoma-Kliff können wir zweifellos als einen Brennpunkt bezeichnen. Es sind nur wenige Gebiete bekannt, in denen der Landverlust so groß ist.“

Der Permafrostboden am Sobo-Sise-Kliff ist rund 50000 Jahre alt und hat sich während der letzten Eiszeit gebildet. Er besteht zu 88 Prozent aus Eis, der Rest setzt sich vor allem aus Torf, Schluff und Sand zusammen.

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