Blick über die Mülldeponie Grauer Wall. Oben links befindet sich das Zwischenlager.  Luftfoto Scheer

Blick über die Mülldeponie Grauer Wall. Oben links befindet sich das Zwischenlager. Luftfoto Scheer

Foto: Ankerherz Verlag/www.ankerherz.de

Bremerhaven

BIKEG fordert Schließung des Müll-Zwischenlagers der BEG

Von nord24
28. Januar 2016 // 17:58

Die Bürgerinitiative „Keine Erweiterung Grauer Wall“ (BIKEG) hat bei ihrem ersten öffentlichen Treffen in diesem Jahr zwei Forderungen formuliert: Erstens verlangt sie die sofortige Auflösung des Zwischenlagers auf der Mülldeponie in Speckenbüttel, zweitens vom Umweltschutzamt Erklärungen für „zweifelhafte“ Grundwasserdaten. Der Betreiber, die Bremerhavener Entsorgungsgesellschaft (BEG), erfasst laut BIKEG kein Sickerwasser und Methangas auf dem Zwischenlager, es gebe keine Brandschutzvorkehrungen, zudem sei der Zwischenlager-Betrieb nicht auf die Revisionszeiten im Bremerhavener Müllheizkraftwerk begrenzt – nur dann aber sei die Müll-Zwischenlagerung zulässig.

BIKEG kritisiert Grundwasserdaten des Umweltschutzamtes

Vom Feuer zum Wasser: Zwei Jahre lang habe sich die BIKEG beim Umweltschutzamt um die Grundwasserdaten vom Bereich um den Grauen Wall bemüht, sagt Dr. Sabine Hanisch vom Vorstand der Initiative. Nun habe man sie erhalten – aber: „Der Datensatz erscheint als nicht seriös.“ Denn: „Es wurden keine Angaben zu Nachweisgrenzen und Messmethoden mitgeliefert“, erklärt Hanisch. „Befremdlich ist auch, dass die Nachweisgrenze permanent verschiedene Werte ausweist und im Falle von Blei im Verlauf der Messreihe für 2015 das Dreifache der Werte von 1985 als Nachweisgrenze angegeben wird.“ Dies widerspreche der Entwicklung der Technik hin zu viel niedrigeren Nachweisgrenzen. Weitere Informationen der BIKEG stehen hier.

Zehn Fakten zur Mülldeponie Grauer Wall

Hier folgen noch zehn Fakten zur Mülldeponie Grauer Wall (die Antworten stammen von der BEG):
  • Seit wann gibt es die Deponie Grauer Wall?
"Die Deponie Grauer Wall wird seit 1958 zur Ablagerung von unterschiedlichen Abfällen betrieben, die aus der Region Bremerhaven stammen."
  • Warum wurde die Deponie an dem Platz eingerichtet, an dem sie besteht?
"Der Standort ist durch eine sehr mächtige, für Wasser undurchlässige Schicht im Untergrund gekennzeichnet. Ähnlich mächtige dichtende Schichten findet man eher selten. Diese Schichten im Untergrund verhindern eine Beeinträchtigung des Grundwassers durch Stoffe, die aus der Deponie stammen."
  • Wie groß ist die Deponie?
"Ca. 20 Hektar."
  • Wie hoch ist sie an der höchsten Stelle?
"Die Abfalleinlagerung ist auf ein Niveau von maximal 52 Meter begrenzt."
  • Wie viel Müll wird auf der Deponie gelagert?
"Das Restverfüllvolumen beträgt rund 1,6 Millionen Kubikmeter."
  • Was für Müll wird dort gelagert?
"Es sind für die Deponie diverse Abfallarten genehmigt, die im Planfeststellungsbeschluss einzeln benannt sind. Der Großteil der Abfallmengen besteht aus Böden und Verbrennungsrückständen."
  • Woher kommt der Müll?
"Der für die Deponie bestimmte Abfall stammt zu 95 % aus Bremerhaven. Die restlichen 5 % kommen aus dem Umland."
  • Wie viele Menschen arbeiten auf der Deponie?
"Acht (ohne Verwaltung)."
  • Wie oft hat es auf der Deponie bislang gebrannt?
"Da die deponierten Abfälle unbrennbar sind, hat die Deponie seit Jahrzehnten nicht mehr gebrannt. Durch Erhitzungsprozesse im Abfall ausgelöste Brände sind allerdings im Zwischenlager zu diesen Daten vorgekommen: 27.10.2012, 18.12.2012, 09.05.2014, 30.07.2014, 31.07.2014 (Brandnachschau), 22.09.2014 (Fehleinsatz), 17.10.2014 (Brandnachschau)."
  • Welche besonderen Schutzvorkehrungen gibt es auf der Deponie?
"Bezüglich des Brandschutzes für das Zwischenlager wurden unter anderem folgende Maßnahmen ergriffen:
  1. Feuerwehrplan
  2. Löschwasserversorgung
  3. Videoüberwachung

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