Betreiber Frank Höpker hat die von seinem Großvater gegründete Fischbratküche vor zwei Jahren übernommen.

Betreiber Frank Höpker hat die von seinem Großvater gegründete Fischbratküche vor zwei Jahren übernommen.

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Bremerhaven

Backfisch-Tradition braucht keinen Tüdelkram

Von Christian Heske
22. April 2017 // 13:33

Bereits die jahrzehntealte Inneneinrichtung mit dem rustikalen Holzmobiliar, der Klinkeroptik und dem kupferfarbenen Ziermarkise über dem Ausgabetresen lässt erahnen, dass dieses Bremerhavener Geschäft schon ein paar Tage existiert. Seit der Gründung vor mehr als 90 Jahren gibt es bei Höpker Backfisch und hausgemachten Kartoffelsalat. 

"Tradition ist das, was hier läuft"

Die Karte ist übersichtlich, die Gerichte sind einfach und gut. „Tradition ist das, was hier läuft“, sagt Betreiber Frank Höpker, dessen Großvater das Geschäft gegründet hat. „Mit anderem Tüdelkram brauchen wir nicht anzufangen.“ Die Fischbratküche ist ein Bremerhavener Klassiker. „Oma und Opa kommen mit ihren Enkelkindern ebenso zum Essen wie Anzugträger“, erzählt Höpker. Im Sommer suchen aber auch regelmäßig Touristen das Geschäft auf. Theoretisch könne man die Fischbratküche durch einen Innenarchitekten modernisieren lassen, sagt der 39-Jährige. „Aber ich glaube, dass das nicht ankommen würde bei der Kundschaft.“

Fischbratküche war ein paar Jahre in einem Splitterbunker ansässig

Die Anfänge der Fischbratküche lagen am Neumarkt: In der Max-Dietrich-Straße 13 gründete Egbert Höpker, der Großvater des jetzigen Betreibers, im Jahre 1926 den Betrieb. Der Zweite Weltkrieg hinterließ nicht nur im Stadtzentrum, sondern auch in Geestemünde großflächige Bombenschäden. Die Fischbratküche war zunächst ab 1946 in einem Splitterbunker am Holzhafen untergebracht. 1952 folgte der Umzug in einen Behelfsbau an der Bismarckstraße 34. 1958 entstand dort ein Neubau. Hier ist der Betrieb noch immer beheimatet.  Über mangelnde Nachfrage nach Backfisch kann sich Höpker nicht beklagen. Wenn es gut läuft, wandern pro Monat zwei Tonnen Fisch erst ins Rapsöl und dann auf die Teller der Gäste.

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