Behrenwald will nicht mehr

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Bremerhaven

Behrenwald will nicht mehr

Von Klaus Mündelein
20. November 2015 // 17:02

Nach 13 Jahren an der Spitze des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Bremerhaven gibt Karsten Behrenwald den Posten als Vorsitzender des Kreisverbands ab. Sein Nachfolger soll heute bei der Kreisdelegiertenkonferenz DGB-Sekretär Lutz Bock werden.

„13 Jahre sind ja wohl genug“

Behrenwald tritt bei den Wahlen nicht mehr an. „13 Jahre sind ja wohl genug“, sagt er lachend. Amtsmüde ist er aber nicht. Er will weiterhin Chef der Bremerhavener IG Metall bleiben. Und politisch bleibt er aktiv als SPD-Stadtverordneter.

Ehrenamtliche Arbeit erwies sich als schwierig

Als er vor 13 Jahren den Posten als DGB-Vorsitzender übernahm, hatte der Gewerkschaftsbund gerade wieder eine Strukturreform abgeschlossen. Bremerhaven und Bremen waren zu einer Region vereinigt worden. In der Seestadt gab es fortan keinen hauptamtlichen Vorsitzenden mehr. Im Rotationsprinzip sollte jede Gewerkschaft für ein Jahr die DGB-Führung übernehmen. Behrenwald erklärte sich als erster bereit, und aus dem einen Jahr wurden 13. Denn die Gewerkschaftsarbeit ehrenamtlich zu leisten, erwies sich in der Realität als schwierig.

„Das Wort des DGB zählt in Bremerhaven“

Behrenwald ist mit dem Ergebnis seiner Amtszeit zufrieden. „Das Wort des DGB zählt in Bremerhaven“, sagt er. Als DGB-Chef koordinierte er die Gewerkschaftsarbeit und führte die in der Stadt verstreuten Geschäftsstellen im Gewerkschaftshaus zusammen. Er kümmerte sich um Arbeitsmarktpolitik und um Initiativen zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit. Mit etliche Demonstrationen wie die zu Jahresbeginn gegen Fremdenfeindlichkeit hatte der DGB auch politisch Akzente gesetzt. Es gab aber nicht nur Erfolge. Der DGB hatte sich vergeblich gegen die Zusammenlegung der Arbeitsagenturen von Bremen und Bremerhaven gewehrt, sagt Behrenwald.

Schwache und Flüchtlinge

Sein designierter Nachfolger Lutz Bock sieht wichtige Aufgaben den DGB zukommen. Der Einstieg der Genting Gruppe bei der Lloyd Werft und die Ansiedlung von Siemens in Cuxhaven bedeute ein riesiger Beschäftigungsaufbau in der Region. „Da müssen wir aufpassen, dass wir gute Arbeitsverhältnisse bekommen und nicht prekäre Werksverträge“, sagt der 54-Jährige. Außerdem gelte es bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise darauf zu achten, dass künftig nicht sozial Schwache gegen Flüchtlinge ausgespielt werden.

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