PS-Protz: Michael Wrede brummt mit einer Boss Hoss durch Bremerhaven. Das Motorrad verfügt über einen V-8-Motor.

PS-Protz: Michael Wrede brummt mit einer Boss Hoss durch Bremerhaven. Das Motorrad verfügt über einen V-8-Motor.

Foto: Heske

Bremerhaven
Freizeit

Boss Hoss: Leher fährt Motorrad mit V-8-Motor

Von Christian Heske
20. November 2016 // 09:00

Jahrelang ist Michael Wrede Harley-Davidson gefahren. Doch neben Wredes neuer Maschine wirkt selbst seine Harley E-Glide mit ihrer stattlichen V-Maschine wie ein Motorroller. Wrede brummt jetzt mit einer monströsen Boss Hoss durch die Stadt. Deren Achtzylinder-Motor von Chevrolet ist eigentlich für amerikanische Straßenkreuzer konstruiert. „Solange ich die Boss Hoss kenne, ist das mein Traum gewesen“, sagt der 54-Jährige aus Lehe. Wrede verfügt über jahrzehntelange Erfahrung mit Motorrädern.

Mit einer DKW fing alles an

„Angefangen habe ich Mitte der 70er Jahre mit Opas alter DKW“, erzählt der gebürtige Bremerhavener. Vom ersten Peugeot-Mofa und einem Zündapp-Moped führte der Ritt über Yamaha, Suzuki, Honda und BMW bis zur Harley – stets hatte die nächste Maschine mehr Hubraum zu bieten als ihre Vorgängerin. „Die Harley habe ich 2010 von einem Kollegen aus dem Schulbereich gekauft, der sie aus Altersgründen abgegeben hat“, berichtet Wrede.

Arbeit als Familienhelfer

Er arbeitet heute als Familienhelfer bei der Initiative Jugendhilfe. Früher lernte er den Beruf des Kfz-Mechanikers, fuhr zwei Jahre lang zur See, war Maschinenführer im Tiefbaubereich und betrieb 30 Jahre lang eine Musikschule in Schiffdorf. Motorräder blieben immer seine Leidenschaft. Das Motorrad abgeschafft hatte Wrede nur während seiner Ehe mit einer Polizistin. „Nach der Scheidung habe ich mir als erstes wieder eine Maschine gekauft“, erzählt er. Etwas mit der Boss Hoss Vergleichbares hat auch der Motorradfreund vorher nie gesteuert. „Ein Motorrad mit einer V8-Maschine – darüber kommt im Serienbereich nichts mehr“, sagt er. „Die Straßenverkehrsbehörde hatte die nicht einmal im System gelistet.“

Schwindelerregende Daten

Allein die technischen Daten der Wuchtbrumme sind schwindelerregend: Die acht Zylinder mit 5,7 Litern Hubraum erzeugen eine Leistung von 350 PS und eine Kraft von 580 Newtonmetern – Werte, die manchen Sportwagenfahrer vor Neid erblassen lassen dürften. Bei Wredes Boss Hoss handelt es sich indes nur um die Basisversion. Der Hersteller im US-Bundesstaat Tennessee verbaut sogar noch größere Motoren, alles in Handarbeit.

Die Boss Hoss wiegt 520 Kilogramm

Dabei bringt auch Wredes Boss Hoss stattliche 520 Kilogramm auf die Waage – leer. „Vollgetankt und bepackt sind es dann rund 600 Kilo“, berichtet Wrede. Für ein Motorrad ist das extrem schwer, für die installierte Motorleistung extrem leicht. „Alle, die versucht haben, sie aus dem Ständer gerade zu stellen, brauchten dafür zwei Anläufe“, berichtet Wrede. Energie benötigen derweil nicht nur die Fahrer, sondern auch der je nach Drehzahl blubbernde oder bollernde V8. „Wenn man Glück hat, kommt man mit den 32 Litern im Tank 200 Kilometer weit“, sagt Wrede.

Nichts für Anfänger

Mit ihrem enormen Motor und ihrem Gewicht taugt die Boss Hoss nicht für Anfänger im Sattel. „Beim Gasgeben und -wegnehmen kippt die Maschine nach links und rechts“, beschreibt Wrede das Fahrverhalten. „Man darf den Respekt vor ihr nicht verlieren.“ Ungestümes Drehen am Gasgriff sei ebenfalls nicht zu empfehlen. „In weniger als zwei Sekunden ist man von Null auf Hundert“, berichtet Wrede.  

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