Bauarbeiter sichern am Dienstag die Brandruine in der Wülbernstraße in Lehe so, dass sie nicht einstürzt.

Bauarbeiter sichern am Dienstag die Brandruine in der Wülbernstraße in Lehe so, dass sie nicht einstürzt.

Foto: Scheer

Bremerhaven

Brand-Drama in Lehe: Überbelegung war Behörde nicht bekannt

Von Laura Bohlmann-Drammeh
12. April 2017 // 20:00

Dass in dem Haus in der Wülbernstraße 27 in Bremerhaven-Lehe, das am Montag abgebrannt ist, insgesamt 41 Menschen polizeilich gemeldet waren, war dem Ordnungsamt bisher nicht bekannt. Jetzt will die Behörde prüfen. Die Linken fordern bessere Kontrollen.

Amt kontrolliert Mieter jetzt

"Wir prüfen nur, wenn wir einen Hinweis auf Überbelegung etwa vom Jobcenter oder dem Sozialamt bekommen", erklärt Leiter Horst Keipke. Die Meldebehörde sei verpflichtet, Anmeldungen durchzuführen, wenn ein Mieter eine Wohnungsgeberbestätigung dabei hätte. Jetzt will das Amt prüfen, welche der gemeldeten Personen tatsächlich in dem Haus gelebt haben.

Mieter müssen sich beschweren

Laut Bauordnungsamt schreibt das Wohnungsaufsichtsgesetz vor, dass ein Erwachsener neun Quadratmeter, ein Kind sechs Quadratmeter zum Leben braucht. Leben mehr Menschen auf weniger Raum, ist das ein Gesetzesverstoß. "Damit wir tätig werden, muss sich ein Mieter konkret bei uns beschweren", sagt Leiter Heinrich Bade. Das passiere gerade bei großen Familien aber in der Regel nicht. Der Linken-Politiker Nelson Janßen fordert ein behördliches Kontrollinstrument, andernfalls sei das Gesetz wirkungslos.

Familien in Hotels einquartiert

Am Dienstag hat das Bauamt die Brandruine gesichert, die Straße bleibt weiter gesperrt. Die Experten gehen davon aus, dass sich das Feuer im Erdgeschoss gebildet und die Treppe zerstört hat. Laut Polizei sind einige der 13 Verletzten inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen worden, zwei Familien werden erstmal in Hotels untergebracht, bis sie eine neue Wohnung gefunden haben.

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