Dr. Kathrin Kleibl befasst sich am Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven als Provenienzforscherin mit der Herkunftsgeschichte von Objekten. Sie forscht zu NS-Raubgut.

Dr. Kathrin Kleibl befasst sich am Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven als Provenienzforscherin mit der Herkunftsgeschichte von Objekten. Sie forscht zu NS-Raubgut.

Foto: Deutsches Schifffahrtsmuseum

Bremerhaven

Bremerhaven: NS-Raubgut auf der Spur

9. April 2021 // 14:10

Jüdische Deutsche wurden vor der Emigration vom NS-Staat ausgeplündert. Im Deutschen Schifffahrtsmuseum ist man dem Raubgut auf der Spur.

Von der Gestapo beschlagnahmt

Dem Tod in der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie entgingen die Auswanderer. Doch der Kriegsbeginn 1939 bot der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) einen Anlass, das in den Häfen lagernde jüdische Eigentum zu beschlagnahmen und öffentlich zu versteigern. Dr. Kathrin Kleibl, Provenienzforscherin des Deutschen Schifffahrtsmuseums (DSM) in Bremerhaven, geht der Herkunft von Objekten auf den Grund und identifiziert NS-Raubgut.

Viele profitierten von Versteigerungen

„In der Nazi-Terminologie waren die Versteigerungen Teil eines Ausbeutungsprozesses der jüdischen Menschen, der als ,Verwertung‘ bezeichnet wurde“, erläutert Kleibl. Von der Versteigerung des Eigentums jüdischer Emigranten profitierten alle Beteiligten: Der NS-Staat, Speditionen, Hafenbetriebe, Auktionatoren, Bibliotheken, öffentliche Sammlungen und die Käufer, die billig an Möbel, Haushaltswaren, Bekleidung oder an die Ausstattung einer Arztpraxis kamen.

Wo sich die geraubten Güter heute befinden und wie Nachfahren der jüdischen Eigentümer auf die Forschung reagieren, lest Ihr im kostenlosen Artikel bei NORD|ERLESEN.

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