Der 53-jährige Ray Johnson lebt zwar seit Jahrzehnten in Bremerhaven, reist aber regelmäßig in die USA.

Der 53-jährige Ray Johnson lebt zwar seit Jahrzehnten in Bremerhaven, reist aber regelmäßig in die USA.

Foto: Torsten Melchers

Bremerhaven

Auch Bremerhaven diskutiert über Rassismus im Alltag

Laura Bohlmann-Drammeh,
Von Torsten Melchers
4. Juni 2020 // 21:23

Am 25. Mai starb der Schwarze George Floyd unter dem Knie eines weißen Polizisten in Amerika. Seither diskutiert die Welt über Rassismus. Auch in Bremerhaven.

Ein Video zeigt, wie der Polizist minutenlang sein Knie auf den Hals des US-Bürgers drückt, der immer weniger Luft bekommt und schließlich stirbt. Drei andere Polizisten standen drumherum, griffen aber nicht ein. Diese Bilder lassen niemanden in Ruhe, der sie gesehen hat. „Das ist einfach schrecklich“, sagt Tony Canty, Profi-Basketballer der Eisbären Bremerhaven. Für ihn ist dieses Video „ein Bild, das für Rassismus steht“.

Rassismus in den USA alltäglich

Für viele Schwarze in den USA ist Rassismus eine alltägliche Erfahrung. Canty kann deswegen nachvollziehen, dass die Wut sich auch in Aufständen zeigt, doch sagt er: „Mein Ansatz ist trotzdem, dass Gewalt keine Lösung ist.“ Deswegen ist er froh, dass es auch so viele friedliche Proteste gibt. „Ich finde es schön, dass auf der ganzen Welt Menschen zusammenkommen und demonstrieren.“

„Das könnte mein Sohn sein“

Auch Donald Coleman, heute Rentner und früher US-Soldat hat für die Art und Weise, in der George Floyd getötet wurde, keine andere Erklärung als Rassismus. „Mein erster Gedanke bei dem Video war: Das könnte mein Bruder sein. Das könnte mein Sohn sein. Das könnte ich selbst sein.“ Coleman findet: „Rassismus ist der letzte Scheiß. Er macht die Welt kaputt. Dabei sind wir alle eine Familie unter Gott.“ Als Christ schließt er deswegen auch Rassisten in seine Gebete ein.

Ihre Erfahrungen schildern uns Menschen aus der Region am Freitag in der NORDSEE-ZEITUNG und schon jetzt auf NORD|ERLESEN.

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