Am Donnerstagabend wurde an der Seebäderkaje ein Auto mit zwei Leichen aus dem Wasser geborgen. Dabei handelt es sich um eine 46 Jahre alte Frau aus Kaiserslautern und ihre zehnjährige Tochter. Beide gelten seit dem 8. Juni als vermisst. Eine Obduktion soll für Klarheit sorgen.

Am Donnerstagabend wurde an der Seebäderkaje ein Auto mit zwei Leichen aus dem Wasser geborgen. Dabei handelt es sich um eine 46 Jahre alte Frau aus Kaiserslautern und ihre zehnjährige Tochter. Beide gelten seit dem 8. Juni als vermisst. Eine Obduktion soll für Klarheit sorgen.

Foto: dpa

Bremerhaven

Bremerhaven/Kaiserslautern: Tote aus der Weser sind identifiziert

Von nord24
19. Juni 2020 // 15:21

Bei den am Donnerstagabend aus der Weser geborgenen Leichen handelt es sich um die vermisste 46-jährige Hariklia S. aus Kaiserslautern und ihre zehn Jahre alte Tochter Sofia aus Gammertingen. Dies wurde nun von der Polizei Bremerhaven und den Polizeipräsidien Ravensburg und Westpfalz bestätigt. Die Obduktion steht aber noch aus.

Zwei weibliche Leichen gefunden

Ein Spezialboot der Hafengesellschaft BremenPorts hatte am Donnerstagnachmittag ein Fahrzeug am Weserufer im Bereich des

Willy-Brandt-Platzes geortet. Im Fahrzeuginnern befanden sich zwei Tote, eine erwachsene Frau und ein Mädchen.

Ausweisdokumente von Hariklia S.

In dem Renault Laguna befanden sich Ausweisdokumente von Hariklia S., weshalb die Polizei davon ausgeht, dass es sich bei den Toten um die seit 8. Juni 2020 Vermissten handelt. Die definitive gerichtsmedizinische Bestätigung steht noch aus. Die Umstände, die zum Tod der Vermissten führten, sind aktuell nicht geklärt. Die Toten sollen in den nächsten Tagen obduziert werden. Das Fahrzeug wurde von der Feuerwehr Bremerhaven geborgen.

Nicht zum Vater zurückgekehrt

Das Auto ist sichergestellt und wird von Kriminaltechnikern untersucht. Wann das Ergebnis der Obduktion und das der kriminaltechnischen Untersuchung vorliegt, kann zurzeit nicht abgeschätzt werden. Sofia befand sich seit Samstag, 30. Mai 2020, zu Besuch bei ihrer Mutter in Kaiserslautern. Ihre Eltern hatten dies so verabredet. Weil Hariklia S. ihre Tochter Sofia am 8. Juni 2020 nicht wie vereinbart zurück zum Vater brachte - Sofia lebte bei ihm in Gammertingen - und der Vater die beiden telefonisch nicht erreichte, informierte er am Montag die Polizei über die Umstände.

Bundesweite Suche

Nachdem die Ermittlungen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz nicht zum Auffinden der Vermissten führten, bildete das Polizeipräsidium Westpfalz am Mittwoch, 10. Juni 2020, eine Sonderkommission. Die Polizei ermittelte zunächst im Umfeld der Vermissten. Die Spur führte schließlich nach Norddeutschland. Konkrete Hinweise zum Aufenthaltsort von Hariklia S. und Sofia gab es nicht, weshalb die Polizei seit Samstag, 13. Juni 2020, bundesweit öffentlich nach den Vermissten fahndete.

Großangelegte Suche

Die Gesamteinsatzführung übernahm das Polizeipräsidium Westpfalz in enger

Abstimmung mit den Bundesländern Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg,

Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Neben den bereits genannten Bundesländern waren zur Überprüfung möglicher Reisewege auch Hessen, Nordrhein-Westfalen und das Saarland sowie das benachbarte Ausland maßgeblich in die Fahndung eingebunden. Die Einsatzkräfte wurden unter anderem von Sonarbooten, Tauchern, Suchhunden, Hubschraubern und einem Flugzeug der Polizei Hessen unterstützt.

Vermutlich Zoo am Meer besucht

Zuletzt wurden Hariklia S. und Sofia in einem McDonalds Restaurant in

Bremerhaven Mitte beziehungsweise an der ARAL-Tankstelle im Bremerhavener

Stadtteil Lehe vermutet. Mutter und Tochter hatten am Wochenende (6./7. Juni

2020) ein Hotelzimmer in Bremerhaven gebucht und vermutlich sowohl am Samstag als auch am Sonntag den Zoo am Meer besucht. Ab Sonntag verlor sich ihre Spur. Die Ursache und Umstände für den Tod und das Verschwinden von Hariklia S. und Sofia sind aktuell nicht geklärt. Die Ermittlungen dauern an und werden in alle Richtungen geführt.

Hinweise gesucht

Die Staatsanwaltschaft Bremerhaven hat die Ermittlungsführung übernommen. Zur Aufklärung bittet die Polizei weiterhin um Hinweise: Wer hat den dunkelgrauen Renault Laguna mit dem amtlichen Kennzeichen CW-OI 76 oder Hariklia S. und Sofia zwischen Sonntag, 7. Juni 2020, und Donnerstag, 18. Juni 2020, insbesondere im Bereich des Willy-Brandt-Platzes oder am Weserufer in Bremerhaven gesehen? Die 46-jährige Hariklia S. war 1,58 Meter groß, schlank und hatte braune Augen. Ihre Haare waren dunkelbraun. Sie hatte eine kurze, wellige Frisur.


Auf Rollstuhl angewiesen

Beim Auffinden war Hariklia S. mit einer Jeans und einem Pullunder bekleidet. Hariklia S. war auf einen Rollstuhl angewiesen und könnte dadurch mit ihrer Tochter aufgefallen sein. Die zehnjährige Sofia war 1,33 Meter groß, schlank und hatte blaugrüne Augen. Sie trug lange dunkelblonde Haare. Als sie aufgefunden wurde war sie mit einer blauen Hose und einem mutmaßlich rötlichen Oberteil bekleidet.

Kontaktdaten

Hinweise nimmt die Polizei Bremerhaven unter der Telefonnummer 0471/953 4444 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen. Rückfragen bitte an: Polizeipräsidium Westpfalz Pressestelle, Telefon: 0631/369-1080 oder -0, E-Mail: ppwestpfalz.presse@polizei.rlp.de, www.polizei.rlp.de/westpfalz.

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